Foto: MASFG Pressestelle/E.Tourioglou
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Die Eisenbarth GmbH aus Wadern hat den ersten Platz beim 23. Saarländischen Inklusionspreis gewonnen. Sozialminister Magnus Jung zeichnete das Unternehmen zusammen mit weiteren Preisträgern aus dem gesamten Saarland aus – in einem Jahr, das mit den Special Olympics im Land einen besonderen Rahmen für das Thema Inklusion bietet.

„Wir möchten die Belange von Menschen mit Behinderungen erneut in den öffentlichen Fokus rücken und zugleich die vielen Vorteile aufzeigen, die eine gelungene Inklusion mit sich bringt“, sagte Jung bei der Verleihung. Der Preis mit dem Titel „Chancen für Alle im Arbeitsleben“ geht seit über zwei Jahrzehnten an Betriebe und Dienststellen, die Menschen mit Behinderungen nicht nur einstellen, sondern aktiv in ihre Teams einbinden. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, machte der Minister deutlich: Die ausgezeichneten Unternehmen nutzten die vielfältigen Potenziale und Perspektiven ihrer Beschäftigten mit Behinderungen auf vorbildliche Weise.

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Der Erstplatzierte aus Wadern überzeugte durch besonders persönliches Engagement. Der Geschäftsführer der Eisenbarth GmbH stellte eine Auszubildende mit Behinderung im Büromanagement ein und finanzierte ihr aus eigenen Mitteln eine Fortbildung im Webdesign. Nach Abschluss der Ausbildung übernahm das Unternehmen sie in eine Vollzeitstelle. Ihr Arbeitsplatz wurde individuell eingerichtet, flexible Arbeitszeiten sorgen dafür, dass sie unter optimalen Bedingungen arbeiten kann. Für dieses Engagement erhält die Eisenbarth GmbH ein Preisgeld von 3000 Euro.

Den zweiten Platz belegte das Café Genusswerkstatt aus Homburg, das von Beginn an auf Inklusion ausgerichtet ist. Zwei Beschäftigte mit Behinderung bringen dort ihre individuellen Fähigkeiten als vollwertige Teammitglieder ein. Auch die barrierefreie Gestaltung der Begegnungsstätte gehört zum Konzept. Das Café erhält 2000 Euro Preisgeld. Auf dem dritten Platz landete die SIS Saar Gebäudeservice GmbH aus Völklingen, die Menschen mit Behinderung auf vielfältige Weise in ihre Arbeitsabläufe einbindet und ihnen persönliche Ansprechpartner zur Seite stellt. Der ständige Austausch mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern soll sicherstellen, dass sie sich im Unternehmen wohlfühlen. Dafür gibt es 1000 Euro.

Neben den drei privaten Arbeitgebern wurde auch ein öffentlicher Arbeitgeber gewürdigt. Der Bauhof der Stadt Lebach erhielt die Auszeichnung stellvertretend für den Mitarbeiter Detlef Martin. Er zeigt in der täglichen Zusammenarbeit mit einem gehörlosen Kollegen, wie Inklusion durch eine intuitive Art der Verständigung ganz praktisch funktionieren kann. Ein Preisgeld ist für öffentliche Dienststellen nicht vorgesehen.

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Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr mit Blick auf die Special Olympics, die 2026 im Saarland stattfinden: Erstmals wurde zusätzlich ein Sonderpreis im Bereich Sport vergeben. Ausgezeichnet wurde der Schwimmverein Malstatt-Burbach 1984 e.V., in dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in Gruppen trainieren. Der Verein erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die Ergänzung um diese Kategorie unterstreicht, dass Inklusion weit über den Arbeitsplatz hinausreicht – und dass das Saarland im Jahr der Special Olympics ein besonderes Zeichen setzen will.

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