Foto: Thomas Bubel (tb)

Eine nie dagewesene Welle an Veranstaltungsabsagen im Automobil-Bergrennsport rollt weiter durch die Republik. Nun hat sich auch der  Homburger Automobilclub zu Wort gemeldet und sieht sich außer Stande sein Bergrennen etatmäßig vom 10.-12. Juli 2020 auszurichten. Seit Wochen werden nach und nach immer mehr Bergrennen in der Deutschen Meisterschaft von den ausrichtenden Clubs abgesagt. Eigentlich sollte am kommenden Wochenende die Saison mit dem Bergpreis Schottenring im hessischen Vogelsbergkreis beginnen.

Das seit 1974 ununterbrochen stattfindende Homburger ADAC Bergrennen, kommt in diesem Sommer nicht zustande. Dies ist die Quintessenz einer Telefonkonferenz der Organisationsleitung vom vergangen Sonntag. „Wir haben lange gehofft, doch jetzt ist die Zeit gekommen, unser beliebtes Rennsportereignis 2020 abzusagen“, erklärt Organisationsleiter Sascha Ressmann vom veranstaltenden Homburger Automobilclub. „Die durch die Corona-Pandemie erforderlichen Einschränkungen machen eine für alle Beteiligten gefahrlose und unbeschwerte Austragung des Bergrennens Mitte Juli unmöglich. Dazu kommt, dass nicht abzusehen ist, ob unsere Teilnehmer und Gäste aus ganz Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz überhaupt zu uns kommen könnten. Uns sind die Hände gebunden. Die Absage trifft uns hart aber nicht unvorbereitet, ist aber in der aktuellen Lage die richtige Entscheidung.“

Foto: Thomas Bubel / Homburger Automobilclub

Vom 10.-12. Juli 2020 sollte in der Saarpfalz zwischen dem saarländischen Homburg und dem westpfälzischen Käshofen die 47. Ausgabe des weithin bekannten Bergrennens stattfinden. Doch der Wertungslauf zur Deutschen und Luxemburger Bergmeisterschaft, zum KW Berg-Cup und weiteren Prädikaten wird seine Tore frühestens Mitte Juli 2021 wieder öffnen. „Eine Verschiebung unserer reinen Outdoor-Veranstaltung in den Herbst ist keine Option, da wir für einen erfolgreichen Ablauf auch auf ein ordentliches Sommerwetter angewiesen sind“, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Herl. „Des Weiteren befindet sich das Veranstaltungsgelände mitten im Wald, wir müssten im Herbst mit Laubfall rechnen sodass die Rennstrecke und Zuschauerwege rutschig werden. Wir bündeln nun unsere Kräfte und werden zeitig mit den Vorbereitungen für das Jahr 2021 beginnen“.

Timo Bernhard – Foto: Team Bernhard

Langstreckenweltmeister und Le Mans-Sieger Timo Bernhard, von Kindesbeinen an Mitglied des Homburger Automobilclubs, steht auch weiterhin hinter seinem Heimrennen. „Wichtig ist, dass es das Rennen in 2021 wieder gibt. Wenn es mir irgend möglich ist, bin ich am Start!“. Der vom Profisport zurückgetretene Porsche-Werksfahrer und GT-Masters Team-Eigner hatte seine Teilnahme am diesjährigen Bergrennen bereits frühzeitig zugesichert und plante erstmals am Karlsberg mit dem „Dickschiff“ Porsche GT3-R aus dem GT-Masters Modelljahr 2018 zu fahren. Weiter visierte er eine Teilnahme innerhalb des deutschen National Teams beim FiA Hill Climb Masters im Oktober in Portugal an, das mittlerweile ebenfalls um ein Jahr verschoben wurde. Eine Berufung in dieses Team hatte sich auch der Homburger Rennfahrer Kai Neu, fünftplatzierter der Berg DM 2019, zum Ziel gesetzt.

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