Was läuft falsch am Universitätsklinikum des Saarlandes, dem medizinischen Aushängeschild der Region? Neben zweifellos herausragenden Leistungen in der Gesundheit, rückt das Klinikum dieses Jahr aber immer wieder wegen Meldungen sexuellen Missbrauchs in den Fokus der Öffentlichkeit. Nun kommen neue Skandale hinzu – die vom UKS mutmaßlich abermals verheimlicht wurden. 

Denn wie die Frankfurter Rundschau berichtet, seien nun neue Fälle des sexuellen Missbrauchs aufgetaucht. Nach der Kinder- und Jugendpsychatrie steht nun die HNO-Klinik im Mittelpunkt. Im Sommer 2012 soll ein Arzt die Kinderschutzgruppe unterrichtet haben, dass er nach einer Operation am Nasenrachenraum bei der Verabreichung eines Schmerzzäpfchens blutende Wunden im Genitalbereich eines sechsjährigen Mädchens entdeckt habe. Verletzungen, die auf eine Vergewaltigung hindeuten. 

Doch wie schon beim mutmaßlichen Missbrauch im Umfeld der Jugendpsychatrie entscheidet sich das UKS – erst einmal nichts zu tun, „um Schaden von der Institution abzuwenden“, wie die Frankfurter Rundschau den Chef der HNO zitiert: „Es bestehen nach intensiven Gesprächen von meiner Seite keine Hinweise auf eine Missbrauchssituation in der Zeitspanne des Aufenthaltes der jungen Patientin in der Klinik für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes.“

Auch nachdem die Mutter des Kindes über die Verletzungen informiert war, riet die Klinik ihr davon ab, Strafanzeige zu erstatten. Eine gerichtliche Auseinandersetzung würde für ihr Kind außergewöhnlich belastend sein, so die Klinik laut „Frankfurter Rundschau“ zu der Frau. Auch der ehemalige Direktor der HNO-Klinik gerät ins Fadenkreuz. Der Vorwurf: mehrer Frauen haben sich in den Jahren wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe über den Arzt beschwert. Das gaben mehrere Ärztinnen gegenüber der Frankfurter Rundschau zu Protokoll. Die Staatsanwaltschaft entlastet allerdings den betroffenen Arzt.

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