Für die Handballer des Drittligisten TV Homburg sieht es nach nicht einmal einem Drittel der Saison 2025/26 mehr als trübe aus: Mit nur einem Punkt und bereits sieben Niederlagen nach acht Partien liegt das Team von Trainer Pedro Vieira auf dem vorletzten Tabellenplatz. Lediglich die SGSH Dragons aus dem Sauerland, mit Spielstätte in Halver, haben als Schlusslicht der Dritten Bundesliga Südwest bisher noch keinen Zähler auf dem Konto.
An diesem Wochenende ist der TV Homburg spielfrei – die für Samstag angesetzte Begegnung beim Longericher SC Köln wurde auf den 1. November verlegt. Dennoch richtet sich der Blick der Homburger nach Haßloch, wo der Tabellendrittletzte TSG Haßloch (2 Punkte) auf die SGSH Dragons trifft. Das Ergebnis dieser Partie ist für den TVH von Bedeutung: Eine Woche später geht es selbst nach Halver, wo die Homburger im Kellerduell ab 19 Uhr gegen die Dragons den ersehnten ersten Saisonsieg anpeilen. Mit einem Erfolg könnten sie im Kampf um Platz 14 wieder Boden gutmachen – jener Rang, der über die Relegation noch den Klassenerhalt sichern könnte.
„Bis dahin sind noch viele Spiele zu absolvieren. Noch sind wir nicht abgeschlagen und schon gar nicht abgestiegen“, betont Patrick Grabenstätter, Leiter der Handballabteilung des TV Homburg. Man habe von Beginn an gewusst, dass es schwer werden würde, das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. „In vielen Spielen waren wir lange auf Augenhöhe, aber in den entscheidenden Phasen haben wir den Faden verloren“, so Grabenstätter. Die zahlreichen Verletzungen wichtiger Leistungsträger hätten Trainer Vieira zudem einen Strich durch seine taktischen Pläne gemacht.
Schon vor dem ersten Spiel hatte sich Rückraumspieler Tim Altmeyer, Neuzugang von der HG Saarlouis, einen Wadenbeinbruch zugezogen. Vor wenigen Tagen konnte der 21-Jährige erstmals wieder Teile des Trainings absolvieren. „Er wird behutsam aufgebaut“, sagt Vieira. „Die ersten Würfe sind bereits möglich, aber noch ohne Körperkontakt.“ Bis zum vollen Mannschaftstraining dürften mindestens vier Wochen vergehen. In diesem Jahr sicher ausfallen wird Torhüter Patrick Schulz (Bizepssehnenriss im rechten Oberarm). Ersatzmann ist der erst 18-jährige Fabian Schommer, ebenfalls von der HG Saarlouis gekommen. „Schommer ist eines der größten Torwarttalente im Saarland“, sagt Grabenstätter, „aber der Sprung zum Stammkeeper in der Dritten Liga ist gewaltig und braucht Zeit.“ Bei der jüngsten 27:36-Heimniederlage gegen die HSG Hanau war Schommer mehrfach machtlos.
Erfahrene Unterstützung erhält er von Henning Huber, der seine Laufbahn bereits reduziert hatte, sich aber bereit erklärte, im Notfall einzuspringen. „Berufsbedingt kann er allerdings nur zweimal pro Woche trainieren und hatte zudem eine längere Pause“, so Grabenstätter. Noch schwerer wiegt die Kreuzbandverletzung von Jan-Philipp Valda, der sich beim Heimspiel gegen Dutenhofen-Münchholzhausen II verletzt hatte. Auch er wird bis mindestens Jahresende ausfallen.
Auf mögliche Neuzugänge angesprochen, bleibt Grabenstätter realistisch: „Zuerst müssten wir einen Spieler finden, der uns wirklich weiterbringt. Und selbst dann müssen wir prüfen, ob das finanziell machbar ist.“ Hintergrund: Aufgrund von Altlasten war der TV Homburg finanziell stark eingeschränkt und erhielt die Drittligalizenz erst nach langen Verhandlungen.
Unter diesen Bedingungen gelte es, das Beste aus der Situation zu machen. „Aufgeben ist keine Option“, betont Grabenstätter. „Wenn es am 30. Spieltag nicht reicht, muss man das akzeptieren. Aber vorher aufzugeben, kommt nicht infrage. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen – und wenn der Knoten einmal platzt, kann es schnell aufwärts gehen.“
Dieser erhoffte Befreiungsschlag soll nun am 26. Oktober im Auswärtsspiel beim Schlusslicht SGSH Dragons gelingen. Bis dahin stehen intensive Trainingseinheiten auf dem Programm. Montag, Dienstag und Mittwoch wurde in Homburg mit Fokus auf Ausdauer und Kraft gearbeitet, bevor das Team ein kurzes Wochenende zur Regeneration erhielt. „Ab Montag geht es in die direkte Vorbereitung auf Halver“, kündigt Vieira an. „In fast allen Spielen waren wir lange Zeit gut in der Partie, aber dann folgten Phasen, in denen wir zu viele Fehler machten – und genau diese Abschnitte haben uns die Punkte gekostet.“
Besonders bitter: In zwei Begegnungen hatte der TV Homburg den Sieg schon fast in der Hand. In Düsseldorf kassierte man beim 30:30 sieben Sekunden vor Schluss den Ausgleich, in Haßloch ermöglichte ein Fehlpass 40 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Gegentreffer zum 29:30. „Das sind Momente, die schmerzen“, so Vieira – „aber sie zeigen auch, dass wir nicht chancenlos sind.“























