Endlich wieder Dämmerschoppen-Zeit. Vor der Glanhalle fand letzten Freitag die beliebte Festivität wieder statt. Eröffnet wurde sie gemeinsam vom Männerchor Höchen und seinem Frauenchor „Die Chorifeen“. - Foto: Rosemarie Kappler

Diesmal passt er nicht, der bekannte Spruch einer unbekannten Homburger Dichterin: „Wo Männer sich kloppen, da dämmern die Schoppen.“ Denn völlig friedlich, gelöst, heiter, fröhlich und – was die anwesenden Kinder betrifft – ausgelassen verlief der erste Höcher Dämmerschoppen nach (und möglicherweise vor) der Corona-Pandemie.

Nicht nur wegen der erzwungenen Abstinenz war die Wiederauflage der beliebten Veranstaltung etwas besonderes, sondern auch von der Organisation her. Denn erstmals hatten sich hierzu zwei Fördervereine zusammengetan: „Unser Höchen“ als Ideengeber und Motor der Dämmerschoppen-Reihe und der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr im Löschbezirk Höchen. Gemeinsam ist man dann doch eben stärker und bringt auch mehr freiwillige Helfer zusammen, die anpacken. Obendrein bedeuten mehr Akteure gleichzeitig auch mehr Multiplikatoren und damit möglicherweise auch mehr Gäste. All das kam beim ersten Dämmerschoppen 2022 vor der Glanhalle zum Tragen.

Dass schon gleich zum Festbeginn soviele Menschen vor Ort waren ließ die Organisatoren zufrieden lächeln. Eva-Maria Scherer als Vorsitzende von „Unser Höchen“ und Karsten Durrang als Vorsitzender des Feuerwehrfördervereines hatten schon tags zuvor gut 40 Frauen und Männer mobilisiert, die sich um den Aufbau von Ständen, Schirmen, Tischen, Bänken, Bühne und Zelt gekümmert hatten. „Es macht einfach immer mehr Spaß, wenn man etwas gemeinsam macht“, so Scherer. Gemeinschaft tue unheimlich gut, deshalb habe man den Dämmerschoppen zur gemeinsamen Sache gemacht und sich zusammengetan, um dieses Fest für die ganze Dorfgemeinschaft zu organisieren. Auch Karsten Durrang war froh, „dass wir das Fest in Zusammenarbeit machen. Das ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhalt der Vereine im Dorf.“

Im Vorfeld des Dämmerschoppens hatte Scherer unserer Redaktion auf Nachfrage bereits mitgeteilt, dass es – nicht nur in Höchen – immer schwieriger für Vereine werde, etwas auf die Beine zu stellen. Einer der Hauptgründe sei durchaus die Überalterung von Vereinen, so dass hier schlicht die Energien zum Anpacken schwinden. Auf der anderen Seite fänden sich allerdings immer noch jüngere Menschen, denen ein aktives Dorfleben in Gemeinschaft wichtig ist. Scherer selbst hat in jüngerer Vergangenheit im Fördervein „Unser Höchen“ einen Generationenwechsel miterleben können und spürt sehr viel Tatendrang und Kreativität. Auch im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Höchen sind viele jüngere und mittlere Semester engagiert. Genügend Potenziale also, die es zu heben und zusammenzuführen gilt. Mit dem gemeinsamen Dämmerschoppen ist das gelungen. Vielleicht, so Scherer, der natürlich auch als Ortsvorsteherin an einem funktionierenden Dorfleben gelegen ist, könnten sich auch künftig Vereine zusammentun um an einem Ort ihrer Wahl Festivitäten für alle im Dorf zu organisieren.

Dass ein Bedarf an solchen Gemeinschaftsaktivitäten vorhanden ist, bewies der Dämmerschoppen eindrucksvoll. Traditionell eröffnet wurde er vom MGV Höchen. Sowohl der Männerchor selbst wie auch der erst vor wenigen Jahren gebildete Frauenchor „Die Chorifeen“ hatten sich viele Monate lang nach einem Auftritt gesehnt. Unter der Leitung von Christine Weyers sangen beide aus Herzenslust gemeinsam zur Eröffnung des Dämmerschoppens. Auch dies ein sicht- und hörbares Zeichen für die Bedeutsamkeit von Gemeinschaft. Für die Unterhaltung der Kinder sorgten der Zauberer Mister Magic, sowie Jessica Hassanzadeh und Jennifer Schmidt, die unter anderem Kinderschminken anboten. Florian Rohde sorgte beim Dämmerschoppen für die passende Live-Musik.

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