Benedict Wyrwol (l.) und Katharina Monzel (r.) haben zusammen ein Kinderbuch veröffentlicht. Bild: Bill Titze.
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Eine gute Idee ist da, ein paar Seiten sind vielleicht schon verfasst, aber am Ende fehlt doch die Ausdauer, um das Projekt zu Ende zu bringen: Bücher herauszubringen ist gar nicht so leicht, wie man im ersten Enthusiasmus vielleicht denkt. Zwei Homburger haben es dennoch durchgezogen und ihr eigenes Buch auf den Markt gebracht. Dahinter steckte jede Menge Arbeit.

Die eine ist Ärztin an der Uniklinik, der andere Chemie-Doktorand – im Grunde würde man meinen, die beiden unterhielten sich über neueste Entwicklungen in der Pharma-Industrie oder Nebenwirkungen eines Medikaments. Machen sie vielleicht auch, doch in erster Linie tauschen sich Katharina Monzel und Benedict Wyrwol über Fabelwesen und Farbgebung aus. Die beiden haben nämlich Ende des vergangenen Jahres ein Kinderbuch herausgebracht. „Die Kreativität braucht schon ein bisschen Zeit“, räumt Monzel mit Blick auf die eher wissenschaftliche Tätigkeit der beiden lachend ein. „Da fängt man im Urlaub eigentlich erst ab dem fünften Tag an, nochmal die andere Gehirnhälfte zu aktivieren.“

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Alles in allem scheint das jedoch gut funktioniert zu haben, denn vor Monzel und Wyrwol liegt ein quietschbuntes, reich bebildertes Buch mit dem Namen „Fabelhafte Kurzgeschichten: über das Suchen und Finden des kleinen Glücks“. Das sollen dort natürlich in erster Linie Kinder finden. In vier Geschichten werden typische Alltagsprobleme der Kleinen angesprochen und auf unterhaltsame Art und Weise eine Lösung präsentiert. Da geht es um Mobbing in der Schule, aber auch um das familiäre Zusammenleben allgemein. Das kann aber nicht nur für Kinder spannend und lehrreich sein, wie Monzel erklärt. „Auch viele Erwachsene dürften sich in den Geschichten wiederfinden.“ So habe sie diese auch schon ihren Patienten in der Uniklinik vorgelesen. „Man merkt dann schon, dass auch sie Freude daran haben.“

So wie offensichtlich auch der Familien- und Bekanntenkreis der 28-Jährigen, der die Limbacherin dazu animierte, ihre Geschichten in einem Buch zu veröffentlichen. Schreiben tut sie die nämlich bereits seit der Grundschulzeit. „Wenn ich eine bestimmte Situation erlebe oder einen Spruch lese, dann kommt der Gedanke, da könnte man doch eine Geschichte draus machen“, erklärt die Ärztin, wie sie auf ihre Ideen kommt. Doch gehören zu einem guten Kinderbuch eben nicht nur gute Erzählungen, sondern auch Bilder, die diese so richtig anschaulich machen. Die Aufgabe von Benedict Wyrwol, der rund 25 selbst gemalte Werke beigesteuert hat.

Bild: Bill Titze.

„Das lief so, dass Katharina mir ihre Geschichten zugeschickt hat und ich habe dann geschaut, an welcher Stelle es Sinn macht, etwas zu illustrieren“, schildert der 28-Jährige Hobby-Maler, wie das Projekt seinen Lauf nahm, nachdem sich beide über einen gemeinsamen Freund kennengelernt hatten. „Wenn es gut lief, habe ich dann an einem Tag vier, fünf Stunden gemalt.“ Eine Tätigkeit, der Wyrwol natürlich nicht erst seit diesem Projekt gerne nachgeht. Vielmehr hat der frühere Beeder Kerwepfarrer in den vergangenen Jahren schon eine Vielzahl an Werken für Freunde und Familie angefertigt. “Mir macht das Spaß, ich zeichne einfach gerne.”

Mit Text und Bildern war es aber noch nicht getan, schließlich musste das Ganze noch in eine entsprechende Form gebracht werden. Bei Büchern bedeutet das letztlich, einen Verlag zu finden, der das Buch druckt. Alles andere als einfach, wie Monzel zu berichten weiß. „An einen Verlag zu kommen, geht eigentlich nur über Kontakte, gerade im Kinderbuch-Bereich.“ Deshalb entschieden sich die beiden dazu, das Buch über eine entsprechende Webseite im Eigenprint herauszubringen. Das bedeutete jedoch auch einige Entscheidungen selbst treffen zu müssen. So zum Beispiel über Schriftgröße, Einband oder auch die Form des Buches. „Wir haben unter anderem darauf geachtet, dass die Buchstaben groß genug sind, sodass auch die Großmutter im Zweifel keine Probleme hat, aus dem Buch vorzulesen“, sagt Wyrwol. Außerdem haben sich die beiden für ein Hardcover und eine recht hohe Seitendicke entschieden, was den Preis durchaus in die Höhe schraubte. „Insgesamt haben wir versucht, eher auf Qualität und Kindgerechtheit zu achten, als den Preis zu drücken.“

Rund anderthalb Jahre hat das Projekt bisher in Anspruch genommen, aber mit der Drucklegung ist es noch lange nicht beendet. Vielmehr haben Monzel und Wyrwol durchaus noch weitere Ideen, wie es mit dem Buch weitergehen könnte. Dazu gehören Lesungen, die die beiden in Kindergärten und Grundschulen veranstalten wollen, aber auch die Vorstellung auf Buchmessen im Umkreis. Der Erlös soll dann unter anderem sozialen Projekten in unserer Region zugutekommen. Die beiden haben also noch einiges vor mit „ihrem“ Buch. Und vielleicht kommen ja sogar noch welche dazu. „Momentan haben wir beide berufsbedingt wenig Zeit, aber ausschließen würde ich das nicht“, hält sich Wyrwol weitere Veröffentlichungen offen. Dass auch Menschen aus dem Wissenschaftsbereich durch Kreativität glänzen können, haben die Ärztin und der Chemie-Doktorand jedenfalls schon mal bewiesen.

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