Wellesweiler (ots) – Ein Großbrand hat am Sonntagabend, 1. März, ein Fitnessstudio in der Unteren Bliesstraße im Neunkircher Stadtteil Wellesweiler zerstört. Hunderte Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen und weiterer Wehren aus der Umgebung waren bis spät in die Nacht im Einsatz. Das Feuer brach während des laufenden Betriebs aus. Während das weitläufige Studio vollständig ausbrannte, verhinderten die Feuerwehrleute eine Ausbreitung der Flammen auf ein direkt angrenzendes Bürogebäude.
Der Notruf ging gegen 19.20 Uhr ein, gemeldet wurde zunächst ein Brand in der Sauna des eingeschossigen Gebäudes. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten alle 18 Besucher und Beschäftigten das Studio bereits verlassen. An der Evakuierung beteiligte sich auch ein Feuerwehrmann, der sich privat im Studio aufhielt. Der Rettungsdienst untersuchte und betreute alle Betroffenen vor Ort. Wie die Polizei mitteilt, wurden zwei Personen leicht verletzt, an Betrieben im Umfeld wurden Schäden gemeldet.

Schon bei der ersten Erkundung stellten die Einsatzkräfte eine starke Verrauchung des gesamten Gebäudes fest. Während des Aufbaus des Löschangriffs kam es zu einer Rauchgasdurchzündung: Die im Inneren aufgestauten brennbaren und sehr heißen Brandgase entzündeten sich schlagartig und setzten das Gebäude vollständig in Brand.
Wegen der massiven Brandausbreitung und -intensität musste die Feuerwehr den Innenangriff unter Atemschutz abbrechen. In der Folge stürzte ein Großteil des Flachdachs über dem Fitnessstudio ein. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich anschließend auf einen Löschangriff von außen. Ein Schwerpunkt war der Schutz des direkt angebauten mehrgeschossigen Bürogebäudes, auf das sich das Feuer nicht ausbreitete.
Die starke Brandausbreitung machte eine deutliche Ausweitung des Einsatzes notwendig. Nach dem ersten Alarm für die Löschbezirke Wellesweiler, Südost und Neunkirchen-Innenstadt wurden nach und nach auch die übrigen drei Neunkircher Löschbezirke hinzugezogen. Neben der Neunkircher Drehleiter kam die Drehleiter der Feuerwehr Bexbach zum Einsatz, von denen aus der Brand aus der Höhe mit Wasserwerfern bekämpft wurde. Um den hohen Löschwasserbedarf zu decken, wurde die Feuerwehr Merchweiler mit einem Schlauchwagen angefordert. Damit konnte eine leistungsfähige Schlauchleitung aufgebaut werden, um die Wasserwerfer der beiden Drehleitern und rund ein Dutzend Strahlrohre am Boden zu versorgen.

Wegen der starken Rauchentwicklung lösten die Behörden vorsorglich eine Bevölkerungswarnung über Katwarn aus. Anwohner im weiten Umkreis wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungen abzuschalten. In einem Radius von sechs Kilometern führte die Feuerwehr Illingen mit einem CBRN-Erkunder Messfahrten durch. Zwei Fachberater für chemische Stoffe unterstützten die Einsatzkräfte vor Ort. Eine Schadstoffbelastung wurde nicht festgestellt, nach Angaben der Einsatzleitung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung.
Gegen 22 Uhr meldete die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Im Gebäude glimmten jedoch noch zahlreiche, teils unter der eingestürzten Dachkonstruktion verdeckte Glutnester. Für die weiteren Löscharbeiten wurde das Technische Hilfswerk Spiesen-Elversberg mit schwerer Räumtechnik hinzugezogen. Ein großer Radbagger trug mit einem hydraulischen Greifer Gebäudeteile ab, um die Glutnester freizulegen. Die aufwendigen Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Montagmorgen. Der Kräfteansatz konnte dabei deutlich reduziert werden, nur noch wenige Einheiten blieben in der Unteren Bliesstraße im Einsatz. Bis etwa 8 Uhr war die Feuerwehr Neunkirchen mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, anschließend wurde für den Vormittag eine Brandwache eingerichtet.

Insgesamt waren mehr als 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Energieversorger vor Ort. Auch zahlreiche Führungskräfte informierten sich an der Einsatzstelle über die Lage, darunter Landrat Sören Meng, Oberbürgermeister Jörg Aumann, Bürgermeisterin Lisa Henseler, Beigeordneter Thomas Hans, Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack, Kreisbrandmeister Sascha Cattarius sowie Landesbrandinspekteur Timo Meyer und sein Stellvertreter Sebastian Quinten.
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