virus cells in dark purple background, 3D illustration

Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung betont, dass aktuell alle notwendigen Maßnahmen getroffen würden, um adäquat auf einen möglichen Fall von Affenpocken im Saarland zu reagieren: „Wir stehen derzeit im Austausch mit den Gesundheitsämtern, dem Universitätsklinikum des Saarlandes, der Kassenärztlichen Vereinigung, dem RKI und dem Bundesgesundheitsministerium, um eine einheitliche Vorgehensweise zu gewährleisten und vor einer Ausbreitung zu schützen.“

Vertreter der Virologie, Hygiene und Dermatologie in Homburg, sowie die Leitungen der Gesundheitsämter im Saarland und Vertreter des Ministeriums haben eine Lageeinschätzung vorgenommen und das Management bei einem möglichen Infektionsfall im Saarland besprochen.

„Grund zur Vorsicht ist geboten, Grund zur Panik besteht jedoch nicht“, betont Jung weiter. „Experten gehen davon aus, dass keine neue Pandemie zu befürchten ist. Viel wichtiger ist es aktuell, schnell und konsequent zu handeln und im Rahmen der Kontaktnachverfolgung Infektionsausbrüche rasch einzudämmen.“

Seit Mai 2022 wurden vermehrt Fälle von Affenpocken in Europa gemeldet. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion mit Hautausschlug aus West- und Zentralafrika. Hörnchenarten und Nager bilden wahrscheinlich einen Wirt des Virus. Neu verbreitet sich das Virus von Mensch zu Mensch in Europa, ohne epidemiologische Verbindung nach West- oder Zentralafrika. Das RKI geht davon aus, dass Ausbrüche begrenzt bleiben, da eine Übertragung überwiegend durch engen Körperkontakt erfolgt.

Betroffene klagen initial über Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und zusätzlich geschwollene Lymphknoten. Nach wenigen Tagen kommt es zu einem Ausschlag, der häufig im Gesicht beginnt und sich dann auf andere Körperteile ausbreitet. Eine Ansteckungsgefahr besteht so lange, bis der Ausschlag abgeklungen ist und der letzte Schorf abgefallen ist. Die bisher in Deutschland gemeldeten Fälle zeigen einen milden Verlauf. Um eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden, ist es wichtig, dass Betroffene eine antiseptische Lokaltherapie der befallenen Hautstellen durchführen. Bei mildem Verlauf ist eine Hospitalisation für gewöhnlich nicht notwendig, sodass die Infektion zuhause kuriert werden kann. Wichtig dabei ist Hygienemaßnahmen im Haushalt zu beachten. Das Virus kann möglicherweise neben direktem Kontakt auch über Schmierinfektion, gemeinsam genutzte Bettwäsche, Handtücher oder Kleidung übertragen werden.

Zur Vorsorge sollte außerdem enger körperlicher/sexuelle Kontakte zu wechselnden bzw. fremden Personen vermieden werden und auf jeden Fall die Regeln des „Safer Sex“ beachtet werden. Um das Virus einzudämmen, ist eine (häusliche) Isolation der infizierten Person von mindestens 21 Tagen bis zur Symptomfreiheit notwendig. Auch bei (engen) Kontaktpersonen besteht die Möglichkeit, eine Quarantäneanordnung oder Tätigkeits- bzw. Betretungsverbote auszusprechen. Das Ministerium verweist an dieser Stelle auf die Empfehlungen des RKI. Personen, bei denen die genannten Symptome auftreten, sollten schnellstmöglich einen Arzt kontaktieren. Sollte eine telefonische Kontaktaufnahme vorab nicht möglich sein, sollte direkt bei Eintreffen in der Praxis über den möglichen Verdacht informiert werden.

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