Angesichts von drohenden Strom- oder Heizungssperren aufgrund explodierender Energiepreise fordert die Abgeordnete der Fraktion Saar-LINKE, Dagmar Ensch-Engel, eine Aufhebung der Energiesperren zumindest über Weihnachten zu prüfen.

„Fast 100.000 Haushalte werden jährlich im Saarland von Stromsperren bedroht, davon wurden vor zwei Jahren 3.000 umgesetzt, im vergangenen Jahr 2.300. Dabei ist nicht bekannt, wie viele Sperren aus den Vorjahren bis heute bestehen blieben“, so Ensch-Engel. Stromsperren seien jedoch keine Lösung der Probleme.

„Wir fordern die Landesregierung auf, darauf hinzuwirken, dass die Energieunternehmen die Fälle nochmals verhandeln müssen, die bereits von Energiesperren betroffen sind. Es sollte geprüft werden, ob unter den erschwerten Pandemiebedingungen alle Energiesperren wenigstens über Weihnachten aufgehoben werden können“, fordert die Abgeordnete.

Die neue Bundesregierung müsse jetzt Sofortmaßnahmen ergreifen. Infrage komme dafür ein Energiekostenaufschlag für Menschen im Wohngeldbezug sowie ein Haushaltsenergieaufschlag bei Hartz IV und Grundsicherungsbeziehenden, findet die 66-Jährige. „Das Saarland sollte hier eine Bundesratsinitiative ergreifen.“

Strom-Sperren seien unter aller Würde und verschärften die Situation gerade der Familien mit Kindern mit geringem Einkommen, die coronabedingt oft nur Kurzarbeitergeld erhalten. Gerade sie seien es, die auch von Wasser- oder Heizungssperren bedroht sind.

„Spätestens zum Abrechnungszeitraum am Jahreswechsel, wird es für viele Menschen ein böses Erwachen geben“ zeigt sich Ensch-Engel überzeugt. Zwar gebe es bei der Verbraucherzentrale eine Beratungsstelle „Stromhelfer“, die Wege aus der Krise zeige. Aber viele Menschen schämten sich in dieser Situation und nähmen deshalb diese Hilfe nicht in Anspruch.

Der im Saarland mit 200.000 Euro Gesamtbudget eingerichtete Notfallfonds sei zu wenig bekannt, sodass er nur zu einem Zehntel abgerufen wurde. „Die Landesregierung muss auch hier endlich dafür Sorge tragen, dass diese Hilfestellung bei den Betroffenen besser bekannt gemacht wird“, fordert Ensch-Engel.

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