So sah Bexbach vor rund hundert Jahren im Bergbau-Zeitalter aus. Bild: Bill Titze.
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Im Bergbaumuseum Bexbach gibt es gleich zwei neue Attraktionen zu bestaunen. Neben einer Foto-Ausstellung über einheimische Vögel und Schmetterlinge werden in Zukunft zwei neue Modellanlagen mit bergbaugeschichtlichem Hintergrund die Blicke der Besucher auf sich ziehen. Hinter beiden Projekten steckt jede Menge Arbeit.

Beeindruckend – das ist wohl das erste Wort das einem einfällt, wenn man die neuen Highlights im Bexbacher Bergbaumuseum betrachtet. Das ist einmal die Ausstellung „Fögel und Valter – Alles nur bunt und schön was?“, deren Grundlagen Hobby-Fotografin Rosemarie Kappler mühevollen Stunden in der Natur gelegt hat. Und gleich nebenan surren Eisenbahnen durch eine Miniatur-Landschaft, die zum Großteil von Modell-Fan Klaus Stetzer gestaltet wurde. Für beide Arbeiten war enorm viel Akribie notwendig.

Bild: Bill Titze.

Eine Akribie, die zumindest bei Stetzer schon seit vielen, vielen Jahren dazugehört. Denn bereits als 7-jähriger Bub fing der heutige Rentner damit an, Modellanlagen zu bauen, wie er im Gespräch mit HOMBURG1 erzählt. „Zunächst waren das Fantasie-Modelle. Aber die wurden mir irgendwann zu dumm. Deswegen wollte ich etwas machen, was wirklich auch so ausgesehen hat.“ Dieser Idee ist es zu verdanken, dass das Bergbaumuseum in Zukunft Modelle von Bexbach und Umgebung beheimatet, die die Bergbaugeschichte wieder erlebbar werden lassen. Unter anderem sind die Grube Frankenholz, das frühere Kraftwerk, die Kohlenwäsche sowie die Grube Nordfeld zu sehen.

Klaus Stetzer hat zwei Jahre in die Arbeit am Modell investiert. Bild: Bill Titze.

Rund ein Drittel davon, darunter die Bergehalde, haben Mitarbeiter des gemeinnützigen Beschäftigungsunternehmens Aquis gebaut. Der Großteil stammt jedoch von Stetzer, der knapp zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet hat. „Dafür war eine Mordsrecherche notwendig, gerade bei der Grube Nordfeld. Da steht ja im Grunde nichts mehr“, so der frühere Mitarbeiter des Kraftwerks Bexbach. „Man braucht dafür eben viel Geduld und Liebe zum Detail.“

Bild: Bill Titze.

Die brauchte auch Rosemarie Kappler für ihr Projekt „Wild-Life-Fotografie“. 2014 ging es los, nach und nach legte sich die Hobby-Fotografin die passende Ausrüstung zu. Der vermutlich einfachere Teil der Arbeit, denn das Fotografieren von Vögeln und Schmetterlingen ist gar nicht so leicht. Tausende von verwackelten Bilder habe sie anfangs bei ihren Streifzügen durch die Region produziert, so Kappler. „Der anfängliche Frust wollte kein Ende nehmen. Aber mit der Zeit wurde es besser und mein Archiv begann zu wachsen.“ 50 Bilder aus dieser Sammlung sind nun im Bergbaumuseum zu sehen – darunter wunderschöne, detaillegetreue Aufnahmen vom Mäusebussard, dem Turmfalken oder dem im Bestand gefährdeten Bluthänfling.

Fotografin Rosemarie Kappler durchstreifte den Bliesgau, um (noch) heimische Arten vor die Linse zu bekommen. Bild: Bill Titze.

Eines der Anliegen Kapplers ist es, mit der Ausstellung eben genau auf diese Gefährdung vieler Arten hinzuweisen. „Von 189 heimischen Tagfalter-Arten sind fünf bereits ausgestorben und die sogenannte Rote Liste ist mit rund hundert leidlich überfüllt.“ Doch zumindest für unsere Region möchte die Journalistin die Situation auch nicht komplett schwarzmalen. „In unserer Region zumindest gibt es allmählich gute Ansätze unterschiedlichster Akteure, um in Frieden mit der Natur zu leben.“ Dass sich das lohnt, dürfte spätestens beim Blick auf die atemberaubenden Bilder klar werden, die in den nächsten Wochen im Bergbaumuseum zu sehen sein werden.

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