Es war kein klassischer Brandeinsatz, keine technische Hilfe nach einem Unfall, kein Alarm mit Blaulichtbildern, wie man sie sofort einordnet. Und doch war es ein Einsatz, der zeigte, wie breit das Aufgabenspektrum der Feuerwehr inzwischen ist. Am Jägersburger Schlossweiher rückten am Mittwochabend zahlreiche Einsatzkräfte an, um ein drohendes Fischsterben zu verhindern.
Der Grund lag in den anhaltend hohen sommerlichen Temperaturen. Wenn sich Gewässer stark erwärmen, kann der Sauerstoffgehalt im Wasser sinken. Im schlimmsten Fall „kippt“ ein Weiher – mit gravierenden Folgen für Fische und andere Lebewesen. Genau dieser Entwicklung wollten Feuerwehr und THW am Schlossweiher entgegenwirken.
Dafür wurde mit leistungsstarken Pumpen Wasser umgewälzt und wieder in den Weiher zurückgeführt. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zeitweise rund 15.000 Liter Wasser pro Minute bewegt. Ziel war es, das Wasser in Bewegung zu bringen, die Wasserqualität zu stabilisieren und den Sauerstoffeintrag zu verbessern. Der Einsatz dürfte damit für viele Spaziergänger am Weiher ungewöhnlich ausgesehen haben: Schläuche, Pumpen, Einsatzfahrzeuge – aber eben nicht wegen eines Schadensereignisses, sondern um eines zu verhindern.
Unterstützt wurde die Feuerwehr Homburg vom Technischen Hilfswerk Ortsverband Homburg sowie von Einsatzkräften aus Bexbach, darunter die Löschbezirke Kleinottweiler und Höchen. Auch die Feuerwehr Jägersburg war vor Ort eingebunden. Insgesamt waren nach den vorliegenden Angaben rund 30 Einsatzkräfte an der Maßnahme beteiligt.
Auch am Karlsbergweiher wurde das Thema am Abend aufgegriffen – allerdings nicht als akute Einsatzlage, sondern im Rahmen des regulären Übungsdienstes des Löschbezirks Mitte. Die Einsatzkräfte nutzten die Gelegenheit, um sich mit der Umwälzung von Wasser und möglichen Maßnahmen bei anhaltender Hitze zu beschäftigen. Damit sollte einer Entwicklung, wie sie am Schlossweiher in Jägersburg befürchtet wurde, frühzeitig vorgebeugt werden.
Für die Helfer bedeutete der Einsatz mehrere Stunden Arbeit bei sommerlichen Temperaturen. Gerade solche Lagen zeigen, dass Feuerwehrarbeit oft deutlich mehr umfasst als die Einsätze, die sofort Aufmerksamkeit erzeugen. Wenn Gewässer drohen, durch Hitze und Sauerstoffmangel aus dem Gleichgewicht zu geraten, braucht es schnelle technische Hilfe, Erfahrung mit Pumpen und genügend Einsatzkräfte, die auch außerhalb typischer Notfallbilder anpacken.
Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte die Feuerwehr Kirrberg. Vor Ort machten sich außerdem Manfred Rippel und der Jägersburger Ortsvorsteher Philip Vollmar ein Bild von der Lage. Auch die Wehrführer der Städte Homburg und Bexbach, Peter Nashan und Dominik Nashan, begleiteten den Einsatz.
Vollmar bedankte sich im Anschluss ausdrücklich bei THW und Feuerwehr. Beide hätten mit dem Umwälzen der Weiher dazu beigetragen, ein Kippen der Gewässer zu verhindern. Dieser Dank dürfte auch stellvertretend für viele Menschen in Jägersburg stehen, für die der Schlossweiher weit mehr ist als nur ein Gewässer im Ort.
Am Ende war der Einsatz vor allem eine vorbeugende Maßnahme – aber gerade das macht ihn bemerkenswert. Feuerwehr und THW wurden nicht erst aktiv, als das Fischsterben bereits eingetreten war, sondern griffen ein, bevor es zu spät wurde. Wieder einmal zeigte sich damit: Ehrenamtlicher Einsatz für Homburg bedeutet manchmal auch, mitten im Sommer Wasser zu bewegen, damit ein Weiher lebendig bleibt.
Alle Bilder: Marco König



































