Symbolbild

„Sport scheint in den Augen vieler Politiker mit Regierungsverantwortung leider nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Es ist richtig, regional zu differenzieren, was Öffnungen im Sport betrifft. Allerdings greift der ausschließliche Blick auf die Inzidenz viel zu kurz. Es müssen endliche weitere belastbare Faktoren wie z. B. die Positivrate, die Auslastung der intensivmedizinischen Versorgung und die regionale Impfquote herangezogen werden. Mit jedem Tag, wo die Landesregierung unsere Sportvereine im Ungewissen lässt, verschlechtert sie nicht nur deren Situation, sondern auch die der Sporttreibenden in allen Altersgruppen, besonders aber die der Kinder und Jugendlichen“, kritisiert Joachim Geiger, sportpolitischer Sprecher der FDP-Saar. 

„Es ist mittlerweile mehr als zwei Wochen her, wo in der MPK neue Regeln und entsprechende Rahmenbedingungen aufgestellt wurden – auch für den Sport. Nach aktuellem Stand der Dinge sollen diese am Montag in Kraft treten. Doch wie genau unsere Vereine die Bestimmungen in der Praxis umsetzen sollen, bleibt im Dunkeln. Wie so oft in den vergangenen zwölf Monaten hat es die Landesregierung versäumt, frühzeitig die möglichen Szenarien zu analysieren und Handlungsempfehlungen auszusprechen bzw. mitzuteilen, wie der Ablauf in der Praxis funktionieren soll. Es gibt keinen Plan A, geschweige denn einen Plan B oder C, je nach Stand der Inzidenzen.“, so Geiger weiter.

„Kontaktsport im Außenbereich, kontaktfreier innen, schön und gut, aber wie soll es ablaufen? Die Vereine müssen sich organisieren. Wie und wann ist zu testen, wenn mehrere Termine unter der Woche stattfinden? Wie und wo wird dokumentiert und kontrolliert? Wie werden die Tests finanziert? Welche Art von Test wird akzeptiert? Die allermeisten Vereine leben von ihren ehrenamtlich engagierten Mitgliedern. Wer haftet z.B. bei fehlerhaftem Verhalten? Wie sollen alle diese Voraussetzungen geschaffen bzw. umgesetzt werden, wenn nicht mal rudimentäre Informationen seitens der Landesregierung fließen? Ratlos stehen auch die Bürgermeister im Saarland da, wenn es um Sport in Hallen geht. Wie sollen sie Anfragen der Vereine rechtsicher beantworten? Statt endlich zu liefern, wird weiterhin eine nicht nachvollziehbare und den Vereinen nicht vermittelbare Politik geprägt von Aktionismus statt Weitsicht an den Tag gelegt.“, Geiger abschließend.

Raphael Schäfer: Konzept von Prof. Meyer in RVO berücksichtigen 

Prof. Dr. Tim Meyer vom sportmedizinischen Institut in Saarbrücken hat im Sportausschuss des Landtages sein Konzept zum Wiedereinstieg in den Freizeit- und Breitensportbereich dargelegt, das im Auftrag des Sportministeriums erarbeitet wurde. Raphael Schäfer zu Meyers Überlegungen: „Das erarbeitete Konzept nimmt den Aspekt der körperlichen Nähe und der Infektionsgefährdung einzelner Sportarten stärker in den Blick. Hierbei wurde eine Einstufung der Gruppen in drei Sportkategorien vorgenommen. Künftige Rechtsverordnungen könnten die Ausarbeitung von Prof. Dr. Tim Meyer berücksichtigen. Außerdem können vermehrte Testungen helfen, zu einer Normalität im Sport zurückzukehren. Eine mögliche Öffnungsstrategie könnte also auch beinhalten, dass das Sporttreiben im Innenbereich, nach Vorlage eines negativen Schnelltests, zugelassen wird. Sport ist gerade für Kinder und Jugendliche sowohl unter gesundheitlichen Aspekten als auch im Hinblick auf die soziale und emotionale Weiterentwicklung von unschätzbarem Wert. Daher ist es wichtig, dass der Sport für Kinder und Jugendliche zeitnah in einen Regelbetrieb überführt werden kann.“

 

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