Der FC 08 Homburg steht am Freitagabend vor einer schweren Aufgabe. Im Flutlichtspiel beim Traditionsverein Kickers Offenbach (19 Uhr) will die Mannschaft von Trainer Roland Seitz die Niederlage gegen Walldorf vergessen machen und an die erfolgreicheren Auftritte zuvor anknüpfen: der FCH reist mit dem klaren Ziel an, eine Reaktion zu zeigen und die aufkommende Skepsis mit Taten zu beantworten.
Nach den klaren Siegen gegen Bahlingen (6:0) und Balingen (4:1) war die Stimmung durchaus optimistisch, das Team schien auf dem richtigen Weg. Doch das 1:3 gegen Astoria Walldorf bremste den Aufschwung hart. Mit sieben Punkten aus fünf Spielen belegen die Grün-Weißen aktuell Platz sieben der Regionalliga Südwest. Besonders auffällig: Mit 15 Treffern stellt der FCH gemeinsam mit Freiberg die zweitbeste Offensive der Liga. Offenbach rangiert zwei Plätze vor den Homburgern und konnte am vergangenen Wochenende mit einem 2:1 bei den Stuttgarter Kickers zurück in die Spur finden.
Innenverteidiger Nils Röseler machte auf der Pressekonferenz klar, dass die Aufarbeitung der Walldorf-Niederlage intern intensiv geführt wurde: „Wir haben viele Sachen kritisch angesprochen. Wir waren der Meinung, dass wir selbst verantwortlich waren, das Spiel so abzugeben. Die Fehler wurden gnadenlos bestraft. Das darf uns so nicht mehr passieren.“ Gleichzeitig blickt er mit Vorfreude auf das Flutlichtspiel: „Freitagabend in Offenbach ist eines der Highlights der Saison. Zwei Mannschaften, die auf Sieg spielen wollen – das wird ein Spiel auf Augenhöhe.“ Und wird beiden Vereinen zeigen, wo die Reise in den kommenden Monaten hingeht.
Für Trainer Roland Seitz ist der Bieberer Berg kein unbekannter Ort. „Ich war schon oft dort, habe Haue bekommen und habe sie auch schon geärgert“, sagte er mit einem Schmunzeln. Der Respekt vor der Kulisse ist da, doch Seitz weiß, dass sein Team gefordert sein wird. „Beide Mannschaften haben hohe Ansprüche, beide haben schon Punkte liegen lassen. Unsere Aufgabe ist es, gegen einen guten Gegner wieder einen Dreier einzufahren. Dass es dort nie leicht wird, ist klar. Aber wir haben eine Truppe, die bestehen kann.“ Besonders die Phasen nach Wiederanpfiff gilt es zu verbessern, wie Seitz einräumte: „Gegen Walldorf und Freiburg haben wir die Spiele jeweils kurz nach der Halbzeit verloren. Das müssen wir abstellen.“
Personal: Gonçalves fehlt, Kovacic zurück
Personell muss der FCH, neben den Lagzeitverletzten Michael Heilig und Hilal El-Helwe, auf Miguel Gonçalves verzichten, der ursprünglich mit der luxemburgischen U21 unterwegs war. Nach einem schweren Verkehrsunfall mit dem Mannschaftsbus (8 Verletzte) dürfte das ursprünglich geplante Spiel der EM-Qualifikation aber verlegt werden. Dem Vernehmen nach ist Gonçalves unverletzt, dürfte aber sicherlich noch einige Zeit unter den Eindrücken des gestrigen Abends stehen. Dafür kehrt Oliver Kovacic nach überstandenen Wadenproblemen in den Kader zurück. „Das tut gut, weil unser Kader klein ist und noch nicht komplett. Es ist wichtig, dass uns möglichst viele Optionen zur Verfügung stehen“, so Seitz.
Das Duell zwischen Homburg und Offenbach hat Tradition. In 35 Pflichtspielen begegneten sich beide Vereine, die Bilanz ist nahezu ausgeglichen. Für die Homburger bleibt vor allem der spektakuläre 5:3-Auswärtssieg 2023 in Erinnerung, als man nach 0:3-Rückstand noch drehte. Doch auch das bittere 1:5 im Vorjahr in Offenbach ist präsent – damals verlor der FCH nicht nur das Spiel, sondern auch Markus Mendler verletzungsbedingt. In der Rückrunde gelang die Revanche mit einem klaren 5:1 im Waldstadion.
Anspruch und Zielsetzung
Nach der Enttäuschung gegen Walldorf geht es nun darum, ein anderes Gesicht zu zeigen. „Wir müssen wieder alles raushauen“, betonte Seitz. Röseler sieht das ähnlich: „Das ist eine Gelegenheit, zu zeigen, dass wir aus Fehlern gelernt haben.“ Am Ende wird das Ergebnis in die Bewertung einfließen, aber entscheidend dürfte sein, ob der FCH die notwendige Einstellung und Mentalität findet und damit die richtige Antwort auf dem Platz gibt.


















