Bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung der Museumskooperation (v. l.): Martin Müller, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Mandelbach-Habkirchen, Józef Ozimek, Verwaltungsrat des Landkreises Lubaczów, Landrat Frank John, Landrat a.D. Dr. Theophil Gallo, Mariusz Leski, Mitglied des Kreistages des Landkreises Lubaczów, Franz-Josef Fries, Leiter des Zollmuseums Habkirchen und Bürgermeisterin Maria Vermeulen Foto: Adam Krzyszton
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Mit einem vielfältigen Programm hat der Saarpfalz-Kreis im Mai 2025 die diesjährige Europawoche begangen. Im Zentrum standen der internationale Austausch, die kommunale Zusammenarbeit über Grenzen hinweg – und ein bedeutender personeller Übergang: der Amtswechsel von Landrat Dr. Theophil Gallo an seinen Nachfolger Frank John. Die Projektwoche war geprägt von Begegnungen, Kooperationen und politischen Impulsen, die den europäischen Gedanken auf kommunaler Ebene greifbar machten.

Ein besonders konkretes Ergebnis wurde mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen dem Zollmuseum Habkirchen und dem Museum der Grenzgebiete im polnischen Lubaczów erzielt. Ziel der Partnerschaft ist es, das Leben in Grenzregionen historisch wie gegenwärtig zu beleuchten. Damit wird nicht nur die Rolle von Grenzen in Europa thematisiert, sondern auch der Wert zivilgesellschaftlicher und kultureller Verständigung betont.

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Auch erinnerungspolitisch setzte die Europawoche Akzente. Delegationen aus Polen und der Ukraine besuchten die Gedenkstätte im Kloster Gräfinthal, die 2024 errichtet wurde und an die polnische Familie Ulma erinnert. Seit Ende Mai ergänzt eine neue Informationstafel die Anlage – ein Beitrag zur europäischen Erinnerungskultur, die nicht mit offiziellen Reden endet, sondern in dauerhafte Vermittlungsarbeit mündet.

Darüber hinaus wurden weitere Projekte mit Partnerkreisen intensiviert, etwa ein Modellvorhaben zur häuslichen Alltagsbegleitung, das gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband St. Ingbert entwickelt wurde. Das Konzept zielt auf eine faire, sichere Beschäftigung von Alltagsbegleiterinnen und -begleitern, insbesondere aus dem polnischen Partnerlandkreis Łańcut. Es soll pflegende Angehörige im Saarpfalz-Kreis entlasten und gleichzeitig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Sozialbereich ausbauen.

Der symbolische Höhepunkt der Woche war die Amtsübergabe an Landrat Frank John, begleitet von Partnerdelegationen aus Frankreich, Polen, der Ukraine und den USA. In ihren Redebeiträgen würdigten sie die bestehende Zusammenarbeit und unterstrichen den Wunsch nach Fortsetzung. Die internationale Verankerung des Saarpfalz-Kreises wird damit nicht nur fortgeführt, sondern strategisch weiterentwickelt – etwa durch mehr Bürgerbeteiligung an Austauschprogrammen, Vereinskontakten und Begegnungen auf Augenhöhe.

Landrat Frank John nimmt bei der Amtsübernahme die Gratulation von Kazimierz Golojuch, Abgeordneter des polnischen Parlaments, entgegen
Foto: Beate Ruffing

Die Europawoche wurde finanziell durch die Staatskanzlei des Saarlandes sowie das Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt. Informationen zu den Kreispartnerschaften gibt es bei Dr. Violetta Frys, Europabeauftragte des Kreises, unter Tel. (06841) 104-8273 oder per E-Mail an europa@saarpfalz-kreis.de.

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