Das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises in Homburg - Foto: Anika Bäcker

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Neuerungen und Einschränkungen stellten auch die Mitarbeiterinnen des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises vor Herausforderungen. Trotz oder gerade wegen des Lockdowns verzeichnete es im vergangenen Jahr einen Zuwachs bei seinen Beratungszahlen.

Auch im Projekt „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie dem Europäischen Sozialfonds und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit Frauen und Familie Saarland gefördert wird, gab es viel zu tun. „Wir waren die ganze Zeit über telefonisch erreichbar – und unter Wahrung der Hygieneregeln sogar weitgehend vor Ort im persönlichen Gespräch. Das hat uns von vielen anderen Trägern und Institutionen unterschieden und ich denke, das erklärt den verstärkten Zulauf“, erläutert Susanne Nimmesgern. Viele Frauen litten besonders unter der sozialen Isolation und nahmen die Möglichkeit zum direkten Austausch dankbar an. Dazu kamen Kundinnen aus stark von der Pandemie getroffenen Wirtschaftsfeldern, die ihre Arbeitsplätze verloren hatten und sich nun umorientieren mussten. Auch bot die Zeit des verordneten Stillstands vielen die Gelegenheit, sich intensiv mit den eigenen Wünschen zu befassen und eine Bestandsaufnahme des bisher Erreichten zu machen. „Dabei stellte sich dann häufig heraus, dass die Frauen eigentlich gerne etwas anderes mit ihrem Leben machen möchten, aber nicht wissen, wie sie dieses Ziel konkret angehen sollen“, ergänzt Nadeschda Schmidt.

Andere liebgewonnene Angebote des Projektes konnten zunächst leider nicht in gewohnter Form weitergeführt werden, so z. B. die Sprachangebote oder das Interkulturelle Frauencafé, das über viele Jahre ein Anlaufpunkt für Frauen verschiedener kultureller und sozialer Hintergründe geworden ist. Neue Wege mussten beschritten werden: Schnell fand sich eine Gruppe regelmäßiger Besucherinnen per WhatsApp-Videochat zusammen, um sich zur gewohnten Cafézeit virtuell zu treffen. Ayse Tas-Ilan vom Verein Frau & Gesellschaft organisierte die Zusammenkünfte und drehte zusätzlich kurze Videos mit Tipps zur kreativen Freizeitgestaltung, die den Zuhausegebliebenen auch weiterhin die Möglichkeit zu Zusammenkunft und Austausch eröffneten.
Selbst die Sprachkurse wurden anfangs auf diese Weise fortgesetzt, berichtet Hadeel Alsmadi von Stark im Beruf. „Über WhatsApp konnte ich den Teilnehmerinnen Aufgaben schicken und den Kontakt mit ihnen halten, bis wieder Präsenzkurse möglich waren“, was ab Juni der Fall war.

Um auch die Teilnehmerinnen zu erreichen, die technisch nicht so versiert sind, gab es während des ersten Lockdowns das Angebot, gemeinsam Masken zu nähen und dabei Deutsch zu üben. Viele Frauen nahmen diese Möglichkeit dankbar an.
Nach den Lockerungen organisierte das Team eine Veranstaltung bei dem in Homburg ansässigen EDEKA-Markt Bittner, wo es Informationen zur Arbeit im Einzelhandel und zum Thema Gesunde Ernährung gab. Eine der zahlreichen Teilnehmerinnen erhielt nach einem Praktikum sogar ihre Festanstellung. Auch ein Praktikum in einem örtlichen Altenheim mündete für eine Projektteilnehmerin in einen Minijob.

„In der Rückschau können wir denke ich durchaus von einem erfolgreichen Jahr sprechen. Wir mussten uns wie alle anderen auch erst an die neue Situation gewöhnen, aber ich glaube im Großen und Ganzen haben wir das Beste für unsere Teilnehmerinnen daraus gemacht,“ fasst Birgit Rudolf, Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises und Projektleiterin von „Stark im Beruf“, zusammen, „und natürlich stehen die Mitarbeiterinnen auch in diesem Jahr ratsuchenden Frauen tatkräftig zur Seite.“

„Ich freue mich sehr über die trotz Einschränkungen erfolgreiche Arbeit des Frauenbüros, die sich immer wieder als sehr wertvoll erweist. 2020 ist mit Blick darauf sicher kein verlorenes Jahr, sondern eines, das viele Menschen zu besonderen Leistungen motiviert hat, ob im Frauenbüro oder in vielen anderen Bereichen der Kreisverwaltung. Da bin ich stolz auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Landrat Dr. Gallo zufrieden.

 

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