Symbolbild

Deutschland steigt aus Kohle- und Atomstrom aus. Der Strom soll künftig aus Erneuerbaren Energien gewonnen werden. Das Saarland hat sein Ausbauziel für das Jahr 2020 von 20 Prozent Anteil Erneuerbarer Energie am Stromverbrauch erreicht. Nun hat Wirtschafts- und Energieministerin Anke Rehlinger einen Energiefahrplan vorgestellt, der neue Ziele definiert und Maßnahmen, sie zu erreichen.

„Wenn unsere Kinder und Enkel noch eine bewohnbare Erde haben solleen, muss die Welt handeln, muss Deutschland handeln und muss auch das Saarland handeln. Das Saarland hat schwierigere Bedingungen als andere, aber wir müssen ebenso unseren Anteil beim Ausbau der Erneuerbaren Energien leisten“, so Rehlinger.

Bis Ende 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am saarländischen Stromverbrauch auf 40 Prozent steigen. „Mindestens“, sagt die Ministerin: „Das ist das unter den heutigen Umständen Mögliche. Es wird in den nächsten Jahren darauf ankommen, die Bedingungen zu verändern – vor allem auf Bundesebene. Dann ist mehr erreichbar und das muss auch unser Anspruch sein.“

Der Energiefahrplan des Ministeriums beruht auf zwei Studien, die den Ist-Zustand im Saarland analysiert und daraus Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet haben. Vor allem Windkraft und Sonnenenergie sollen zum Ausbauziel beitragen, Stromproduktion aus Biomasse und Wasserkraft wird als weniger großes Potenzial eingeschätzt.

Um die Ausbauziele zu erreichen, müssen im Saarland die potenziellen Flächen für Windkraftanlagen verdoppelt werden, um eine tatsächliche Bebauung von 2 Prozent der Landesfläche zu ermöglichen. Kommunen sollen bei der Planung unterstützt werden. Zudem spricht sich das Wirtschaftsministerium unter anderem für eine finanzielle Beteiligung der Kommunen und auch der Bürgerinnen und Bürger an den Gewinnen von Windkraftanlagen aus.

Für den Ausbau der Photovoltaik legte Ministerin Rehlinger ein ganzes Maßnahmenpaket vor. So will man PV-Anlagen auf Dächern der Saarländer in unterschiedlicher Form unterstützen und damit für mehr Ausbau sorgen. Auch müsse der Staat als Vorbild vorangehen, so Rehlinger, und etwa auf Dächern von Landesliegenschaften PV-Anlagen installieren. Durch die bereits ausgeweitete Verordnung für PV-Anlagen auf Agrarflächen in benachteiligten Gebieten ist ein deutlicher Ausbau zu erwarten. Zudem sollen die Möglichkeiten der neuen EEG-Novelle genutzt werden, um größere Dachanlagen auch als Investitionsmöglichkeit zum Beispiel für Bürgerenergiegenossenschaften zu nutzen. Somit wäre bis Ende 2030 ein Zuwachs der Stromproduktion von jährlich bis zu 1.100 GWh Wind und 700 GWh Sonne möglich, rechnet das Ministerium vor.

In einem zweiten Teil des Energiefahrplans legte Ministerin Rehlinger ein Maßnahmenpaket vor, um die Energieeffizienz im Saarland zu verbessern und bis 2030 eine halbe Millionen Tonnen CO2 einzusparen. 24 Einzelmaßnahmen listet das Ministerium auf, darunter landesseitige Ergänzungen für Förderprogramme des Bundes, zusätzliche Investitionsförderungen etwa für Handwerk, Handel oder Dienstleistungen, Informations-, Beratungs- und Aufklärungsangebote sowie Vorschläge zur Energieeffizienz in der Landesverwaltung.

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