Im großen Sitzungssaal des Homburger Forums herrschte an diesem Novembermorgen reger Betrieb: Autoren blätterten bereits neugierig in frisch gedruckten Seiten, Verwaltungsmitarbeitende und Kommunalpolitiker tauschten sich aus, daneben Vertreter der Ottweiler Druckerei und der Presse. Anlass des Treffens am 24. November 2025 war die Vorstellung des neuen Saarpfalz-Jahrbuchs 2026 – ein Band, der auf 270 Seiten erneut einen breiten Blick auf Geschichte, Kultur und Alltagsleben in der Region wirft.
Herausgegeben wird das Jahrbuch traditionell vom Saarpfalz-Kreis. Für Redaktionsleiter Martin Baus ist die Präsentation zugleich Abschluss und Höhepunkt eines arbeitsintensiven Jahres, denn mit dem fertigen Exemplar liegt die gebündelte Arbeit vieler Monate erstmals vollständig vor. Im Rahmen der Vorstellung schilderte Baus auf unterhaltsame Weise, wie ein solches Jahrbuch entsteht – von der Themenfindung über die Recherche bis hin zur Abstimmung mit den zahlreichen Mitwirkenden. Zu den Gästen gehörten zahlreiche Autorinnen und Autoren, Vertreter der Kommunalpolitik, aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Kreisverwaltung, Freundinnen und Freunde des Jahrbuchs, Mitarbeitende der Ottweiler Druckerei und Verlag GmbH sowie Medienvertreter. Ebenfalls vor Ort war Landrat Frank John, der als Hausherr die Runde eröffnete.
John begrüßte die Anwesenden im Homburger Forum und dankte allen, die an der neuen Ausgabe mitgearbeitet haben. Insbesondere würdigte er die Redaktion und die Autorenschaft, die das „einmal mehr gelungene Almanach“, wie er es nannte, möglich gemacht hätten. Anschließend übergab er das Wort an die Laudatorin Dr. Susanne Nimmesgern. Die neue Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises hatte sich intensiv mit dem Band beschäftigt und machte gleich zu Beginn deutlich, dass sie jede einzelne Seite gelesen hatte.
„Als Historikerin und langjährige Mitarbeiterin der Kreisverwaltung freue ich mich jedes Jahr auf den Erscheinungstermin des Jahrbuchs, das merklich rechercheintensiv ist und stets meine Neugierde weckt. Weil ich eben nicht aus dem Saarpfalz-Kreis stamme, sondern aus dem Köllertal, ich aber die Region unendlich schätzen gelernt habe, entdecke ich auch immer wieder mir völlig Unbekanntes und das ist äußerst spannend. Dass ich nun erstmals das Jahrbuch in diesem Rahmen vorstellen darf, ist eine besondere Ehre“, freute sich Dr. Susanne Nimmesgern. In ihrer kurzweiligen und pointierten Würdigung ging sie auf Aufbau und Vielfalt des Buches ein, ohne alle Themen im Detail vorstellen zu können – dafür sei die Spannbreite zu groß, wie sie betonte.
Einige Beiträge hob sie dennoch exemplarisch hervor. So beschäftigt sich ein Text mit dem bildhauerischen Werk des in Peppenkum geborenen und in Rubenheim aufgewachsenen Künstlers Josef Fromm, dessen Arbeiten vor allem in Bayern zu finden sind. Ein anderer Beitrag zeichnet die Entwicklung der Homburger Talstraße nach – von der holprigen Sandpiste bis hin zur heutigen Einkaufsmeile. Historisch interessierte Lesende finden zudem eine Abhandlung über die Entwicklung des Rohrbacher Unternehmens „JOBA“, das in der Nachkriegszeit Röhrenradios, Musiktruhen und auch sogenannte „Tefifone“ herstellte. Ebenso werden die Straßenschlacht von St. Ingbert im Vorfeld der Saarabstimmung 1955 und die Geschichte der „Bade-Anstalt“ am Bliesstrand von Bliesmengen-Bolchen beleuchtet. All diese Texte stehen exemplarisch für das breite Potpourri, das das Jahrbuch ausmacht.
Schon das Cover des neuen Bandes fällt ins Auge: Abgebildet ist der „Rote Bau am Weiher“, auch bekannt als „Maison rouge“ oder „Bon voisin“. Das barocke Landhaus in Niederwürzbach wurde 1785/86 im Auftrag der reichsgräflichen Familie von der Leyen errichtet und ist mit seinen verschiedenen Namen fest im Gedächtnis der Region verankert. Mit dieser Wahl als Titelmotiv setzt das Jahrbuch 2026 ein deutliches Zeichen für den regionalhistorischen Schwerpunkt, ohne sich auf reine Architekturthemen zu beschränken.
Erhältlich ist das Saarpfalz-Jahrbuch 2026 im Buchhandel und in Schreibwarengeschäften. Der Verkaufspreis liegt bei 7,50 Euro. Für Landrat Frank John ist der Band nicht nur ein Nachschlagewerk, sondern auch ein Geschenk mit persönlichem Bezug zur Region. „Ich kann unseren Bürgerinnen und Bürgern das Jahrbuch 2026 nur ans Herz legen. Sich Zeit zu nehmen und einzutauchen in faszinierende Geschichten unserer Heimat ist bereichernd und lässt Vergangenes in unserer Erinnerung wiederaufleben. Nicht zu vergessen, dass sich das Buch als wertvolles Präsent für unter den Weihnachtsbaum bestens eignet, denn es birgt schlicht und ergreifend literarische Schätze“, so Landrat Frank John.
Das Saarpfalz-Jahrbuch erscheint mittlerweile in seiner 22. Ausgabe. Wie in den Vorjahren lebt auch die neue Auflage vom Engagement und der Kreativität der Menschen, die Texte verfassen, Bildmaterial zusammentragen oder Themenvorschläge einbringen. Für die Ausgabe 2026 wirkten unter anderem folgende Autorinnen und Autoren mit: Karl Abel, Gordian und Stefanie Baran, Brigitte Bäumler, Martin Baus, M.A., Dr. Bernhard Becker, Lothar Bender, Jürgen Beuster, Sandra Brettar, M. A., Hans-Joseph Britz, Renate Demuth, Dr. Markus Gestier, Paul Glass, Dr. Sabine Göttel, Suse Günther, Dr. Bernd Haunfelder, Rosemarie Kappler, Manfred Kelleter, Günther Klahm, Helmut Lambert, Peter Lauer, Martin Luckas, Bernd Luckscheiter, Norbert Müller, Waltraud Pallasch, Nicolaus Rubeck, M.A., Dr. Jutta Schwan, Arno Soffel, Johannes Stirnemann, Gretel Uhl und Heinz Weinkauf. Das bei der Präsentation entstandene Foto von Sandra Brettar zeigt unter anderem Redaktionsleiter Martin Baus, M.A., Laudatorin Dr. Susanne Nimmesgern und Landrat Frank John gemeinsam mit zahlreichen Mitwirkenden vor dem neuen Band.























