Nach fast 37 Jahren im Dienst für Gleichstellung, Beratung und Vernetzung wurde Birgit Rudolf, die langjährige Frauenbeauftragte des Saarpfalz-Kreises, Ende September in den Ruhestand verabschiedet. Die vom Frauenbüro organisierte Feierstunde im Homburger Forum zeigte eindrucksvoll, welch hohes Ansehen Rudolf über Jahrzehnte hinweg erworben hat – sowohl innerhalb der Verwaltung als auch weit darüber hinaus. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren gekommen, um ihre Arbeit zu würdigen und gleichzeitig ihre Nachfolgerin Dr. Susanne Nimmesgern willkommen zu heißen.
36 Jahre und zehn Monate prägte Birgit Rudolf die Arbeit des Frauenbüros entscheidend. Unter ihrer Leitung entstand die Koordinierungsstelle „Frau und Beruf“, die mit einem Mentoring-Programm Maßstäbe setzte. Auch das Projekt „Frauenspuren im Saarpfalz-Kreis“ gehört zu den Spuren, die sie hinterlässt. „Die Beratungstätigkeit hat mir von Beginn an sehr viel Freude gemacht, das Mentoring war immer ein Herzensanliegen von mir“, sagte die 66-Jährige in ihrer Abschiedsrede. Sie erinnerte an unzählige Begegnungen und dankte allen für die langjährige Zusammenarbeit. „Ich hatte in den vergangenen 36 Jahren viele Begegnungen mit interessanten, klugen, lieben Menschen. Gemeinsam haben wir vieles auf den Weg gebracht – dafür danke ich allen.“
Mit einem Zitat von Guy de Maupassant – „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ – brachte Rudolf auf den Punkt, was ihre Arbeit geprägt hat: Nähe, Offenheit und der Mut, neue Wege zu gehen. Ihr Engagement hat das Frauenbüro zu einer verlässlichen Anlaufstelle für Frauen in allen Lebenslagen gemacht. Auch in Zukunft will sie aktiv bleiben: Als Vorsitzende des Vereins „Frau und Gesellschaft“, der in Kooperation mit dem Frauenbüro das Café Frauenzimmer am Scheffelplatz betreibt, möchte sie weiterhin Impulse setzen.
Ihre Nachfolgerin, Dr. Susanne Nimmesgern, wurde bereits im Mai vom Kreistag mit Wirkung zum 1. Oktober zur neuen Kreisfrauenbeauftragten bestellt. Sie kennt das Frauenbüro seit vielen Jahren: Vierzehn Jahre lang arbeitete sie dort in verschiedenen Projekten, etwa zur Integration von Frauen mit Migrationshintergrund oder in der Beratungsstelle Frau & Beruf. Als Historikerin mit Schwerpunkt auf Frauenarbeit sieht sie die neue Aufgabe als logische Fortsetzung ihres bisherigen Engagements. „Ich fühle mich geehrt, die Nachfolge von Birgit Rudolf antreten zu dürfen“, sagte sie und kündigte an, die bestehenden Angebote zu erhalten und mit neuen, zielgruppenspezifischen Projekten zu erweitern. Besonders wichtig sei ihr, auch für jüngere Frauen aktuelle und lebensnahe Angebote zu entwickeln.
Landrat Frank John würdigte das Wirken der scheidenden Frauenbeauftragten und schlug zugleich den Bogen in die Zukunft: „Mit Frau Rudolf verabschieden wir eine stets verlässliche Stimme für Frauen im Saarpfalz-Kreis. Sie hat in fast vier Jahrzehnten Wegweisendes geleistet. Mit Frau Dr. Nimmesgern gewinnen wir eine Nachfolgerin, die Erfahrung und neue Impulse mitbringt und die hervorragende Arbeit weiterführen wird.“






















