Die Saarschleife - Bild: Wolfgang Staudt ( CC BY 2.0 - Keine Änderungen - https://www.flickr.com/people/wolfgangstaudt )
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Wie digital soll das Saarland in zehn Jahren aufgestellt sein? Diese Frage richtet die Landesregierung ab sofort direkt an die Bevölkerung. Digitalminister Jürgen Barke hat eine landesweite Online-Umfrage gestartet, die den Grundstein für die Strategie „Digitales Saarland 2035″ legen soll. Bis zum 20. Mai können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Wünsche einbringen – anonym und ohne Voraussetzungen.

Die Landesregierung arbeitet derzeit an Leitlinien, die den digitalen Wandel im Saarland über die kommenden Jahre hinweg steuern sollen. Schnelleres Internet, digitale Gesundheitsangebote, zeitgemäße Arbeitsmodelle: Die Bandbreite der Themen ist groß. Genau deshalb will das zuständige Ministerium nicht im stillen Kämmerlein planen, sondern die Menschen im Land frühzeitig einbinden. Die Rückmeldungen aus der Umfrage sollen unmittelbar in die weitere Ausarbeitung der Digitalstrategie einfließen.

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Barke formuliert den Anspruch dahinter klar: „Wir möchten die digitale Aufstellung des Saarlandes passgenau an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausrichten. Daher wollen wir erfahren, welche Themen den Saarländerinnen und Saarländern besonders wichtig sind, wo sie Handlungsbedarf sehen und Chancen entdecken.“ Je breiter die Beteiligung ausfalle, desto bürgernäher und praxistauglicher werde das Ergebnis, so der Minister weiter.

Konkret fragt die Online-Beteiligung sechs zentrale Felder ab: digitale Infrastruktur, Bildung, neue Technologien, Gesundheit, Sicherheit und das Zusammenleben in einer zunehmend vernetzten Gesellschaft. Die Teilnehmenden können dabei nicht nur vorgegebene Punkte bewerten, sondern auch eigene Erfahrungen schildern und konkrete Hinweise geben. Rund zehn Minuten dauert das Ausfüllen – ein überschaubarer Aufwand, der allerdings reale Wirkung entfalten kann, wenn die Ergebnisse tatsächlich als Kompass für politische Entscheidungen dienen.

Bewusst niedrig angesetzt sind die Hürden für eine Teilnahme. Alter, Beruf oder technisches Vorwissen spielen keine Rolle, die Angaben bleiben anonym. Damit signalisiert die Landesregierung, dass sie nicht nur digital-affine Fachleute hören will, sondern gerade auch jene Stimmen, die im Alltag auf Lücken in der digitalen Versorgung stoßen. Ob jemand auf dem Land vergeblich auf schnelles Internet wartet oder in der Pflege erlebt, wie analoge Prozesse Zeit kosten – genau solche Perspektiven sollen in die Strategie einfließen.

Die Umfrage ist über die Verwaltungscloud des Saarlandes erreichbar und bleibt bis Mittwoch, den 20. Mai, freigeschaltet. Danach beginnt die Auswertung, deren Ergebnisse in die endgültige Fassung der Digitalstrategie münden sollen. Für das Saarland ist das Vorhaben ein Testfall: Gelingt es, aus einer breiten Bürgerbeteiligung eine Strategie zu formen, die über Absichtserklärungen hinausgeht, könnte das Modell auch für andere Politikfelder Schule machen.

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