Foto: Markus Philipp

 Trotz der negativen Folgen durch die anhaltende Corona-Pandemie: Die Tarifreform hat spürbar positive Effekte auf die Kundenzahlen im saarländischen ÖPNV. Das ist die erste Bilanz, die Verkehrsministerin Anke Rehlinger und Elke Schmidt, Geschäftsführerin der Nahverkehrs-Service GmbH (SNS) fünf Monate nach Start der Tarifreform im Juli dieses Jahres zogen. Gemeinsam stellten sie die Entwicklung der Abonnementzahlen und Ticketkäufe im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz vor.

Bei den Abonnements ist ein sichtbarer Aufwärtstrend erkennbar. Hier gab es in der Zeit von Juli bis Oktober 2021 viel mehr Neuanträge bei einer gleichzeitig geringeren Zahl von Abo-Kündigungen als noch 2019 und 2020. Bei den Schüler-Abos wurde nahezu das Vor-Pandemie-Niveau von 2019 wieder erreicht. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Schüler sowie Azubis mit einem netzweit gültigen Abo mehr als verzwanzigfacht hat. Mehr als zwei Drittel der Schüler- und Azubi-Abos sind jetzt saarlandweit gültig.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Bus und Bahn im Saarland deutlich zu verbessern – dazu gehören neben guten Anbindungen und leichtem Zugang unbedingt auch günstige und faire Tarife. Ein attraktiver ÖPNV ist nicht nur ein wichtiger Aspekt sozialer Teilhabe. Ohne ihn wird uns die Mobilitätswende nicht gelingen – und ohne die Mobilitätswende wird uns auch die Klimawende nicht gelingen. Die Tarifreform ist deshalb die erste große Maßnahme des Verkehrsentwicklungsplans ÖPNV, die wir umgesetzt haben. Dabei haben wir insbesondere auf günstige Flatrate-Angebote gesetzt. Dass sich die Abo- und Fahrgastzahlen gut entwickeln, ist für uns ein wertvolles Signal dafür, dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen haben“, so Verkehrsministerin Rehlinger.

Der pandemiebedingt starke Rückgang bei den Jedermann-Abos, verursacht vor allem durch Kurzarbeit, Homeoffice und Betriebsschließungen, konnte mit der Tarifreform zwar gebrochen werden, die Stückzahlen liegen aber immer noch deutlich unter dem Niveau von 2019 und 2020. Demgegenüber stehen Zuwächse bei neuen Zielgruppen. So konnte die Zahl der Senioren-Stammkunden dank neuem 9 Uhr-Abo und reformiertem Ü65-Abo bereits in den ersten Monaten um 62 Prozent gesteigert werden. Das neue landesweit gültige Fair-Ticket hat das bisher nur für Saarbrücken angebotene Sozial-Ticket abgelöst. Dadurch hat sich die Nachfrage fast vervierfacht.

Daraus lasse sich insbesondere ableiten, dass Flatrate-Angebote sehr gut angenommen würden, so SNS-Geschäftsführerin Elke Schmidt. Das gelte auch für die Tageskarten. Wer vor der Tarifreform längere Strecken unterwegs war, zahlte für eine Tageskarte 20,20 Euro, heute nur noch 8,80 Euro. Die neue landesweit gültige Tageskarte für zwei Personen kostet sogar nur 9,90 Euro, fünf Personen zahlen 18,90 Euro (vorher 32,50 Euro).

Von Juli bis Oktober hat sich die Anzahl der mit Tageskarten beförderten Personen gegenüber dem Vorjahr um mehr als
70 Prozent erhöht. Dass die neuen Tageskarten nicht nur für die Kunden, sondern auch für den saarVV ein Erfolgsmodell sind, zeigt sich darin, dass die Einnahmen aus den Tageskarten trotz radikal abgesenkter Preise gestiegen sind.

Den positiven Trend wolle man nach der Pandemie noch verstärken, waren sich Anke Rehlinger und Elke Schmidt einig. Ein wirksames Instrument dabei steht bereits in den Startlöchern: Die bestehende Saarfahrplan Web-App wird um einen Tarifberater erweitert. Er wird Kunden bei der Auswahl der richtigen Tickets für ihre persönlichen Bedürfnisse helfen.

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