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Die Preise an den Zapfsäulen sind zwar leicht gesunken, doch von Entspannung kann keine Rede sein. Wer derzeit tankt, zahlt weiterhin deutlich mehr als noch vor wenigen Wochen – und der ADAC fordert nun eine politische Reaktion: eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe.

Nach der aktuellen Auswertung des Automobilclubs kostet ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,162 Euro. Das sind zwar 2,6 Cent weniger als in der Vorwoche, doch das Preisniveau bleibt außergewöhnlich hoch. Noch geringer fiel der Rückgang bei Super E10 aus: Gerade einmal 0,3 Cent günstiger ist der Ottokraftstoff geworden, der aktuell bei 2,042 Euro pro Liter liegt. Auffällig bleibt die Preisdifferenz zwischen beiden Sorten. Diesel kostet derzeit zwölf Cent mehr als Super E10, obwohl die Steuerbelastung auf den Selbstzünderkraftstoff um 20 Cent je Liter niedriger ausfällt – ein Missverhältnis, das der ADAC als deutliche Überteurung bewertet.

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus verstärkt diesen Eindruck. Im europäischen Vergleich sind die Spritpreise in Deutschland besonders stark gestiegen. In anderen Ländern fiel der Preisanstieg seit Beginn des Krieges im Iran teilweise erheblich moderater aus. Der Rohölpreis liegt aktuell bei 103 US-Dollar pro Barrel und damit klar über dem Wert der Vorwoche. Allerdings hatten die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen diesen Anstieg bereits in den Tagen zuvor vorweggenommen – die Mineralölkonzerne reagierten also schneller nach oben, als es die Rohstoffmärkte vorgaben.

Als Sofortmaßnahme gegen die hohe Belastung bringt der ADAC eine befristete Absenkung der Energiesteuer ins Spiel. Konkret schlägt der Verband vor, die Steuer auf Diesel auf den EU-Mindeststeuersatz zu senken und Benzin vergleichbar zu entlasten. Das Ergebnis wäre eine Ersparnis von rund 15 Cent pro Liter. Der Vorteil eines solchen Instruments liege in seiner schnellen Umsetzbarkeit und der zeitlichen Begrenzung, argumentiert der ADAC. Gleichzeitig stellt der Club eine klare Bedingung: Die Entlastung müsse vollständig an den Zapfsäulen ankommen und dürfe nicht in den Margen der Mineralölwirtschaft versickern.

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Wer kurzfristig sparen will, dem rät der ADAC, vor dem Tanken die Preise in der Umgebung zu vergleichen. Über die App „ADAC Drive“ lassen sich die aktuellen Literpreise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland abrufen. Zudem gilt nach wie vor eine einfache Faustregel: Abends ist Tanken in der Regel einige Cent günstiger als am Morgen. Angesichts der aktuellen Preislage kann sich dieser kleine Unterschied über die Wochen durchaus summieren.

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