Peter Linn und die archäologische Ausgrabung Foto: Sabine Emser

Hunderte kleine Kunststofffiguren erobern seit dem 1. März erneut das Römermuseum Schwarzenacker: Die Sonderausstellung „VENI VIDI PLAYMOBIL® – Leben in der römischen Provinz“ kehrt nach ihrem Erfolg im Jahr 2023 zurück – diesmal mit neuem thematischen Schwerpunkt und weiterentwickeltem Konzept. Bis zum 31. Oktober verwandeln mehr als 50 detailliert gestaltete Szenarien das Museum in eine Miniaturversion der antiken Welt.

Während die Vorgängerausstellung unter dem Titel „Desiderias Hochzeit“ das Leben römischer Frauen und insbesondere antike Hochzeitsbräuche beleuchtete, rückt die neue Schau den Alltag in der römischen Provinz in den Mittelpunkt. Legionäre marschieren durch nachgebaute Straßenzüge, Handwerker werkeln in ihren Betrieben, Händler feilschen um Waren, und Familien gehen ihren täglichen Pflichten nach. Die Szenerien bilden das gesamte Spektrum provinzialrömischen Lebens ab – vom geschäftigen Treiben in der Stadt bis zum ruhigeren Dasein auf ländlichen Anwesen.

Hinter der aufwendigen Miniaturwelt steht der Sammler und Dioramenbauer Peter Linn, der seine Leidenschaft für das Thema schon früh entdeckte. „Seit meiner frühesten Jugend bin ich mit Leib und Seele PLAYMOBIL®-Fan. Als das Interesse für die Römer kurze Zeit später entflammte, waren die Weichen gestellt“, sagt Linn über seinen persönlichen Zugang. Nach intensiver Recherche hat er seine Szenarien nach dem Vorbild realer antiker Stätten gestaltet – darunter auch Kulissen, die direkt dem Museumsareal in Schwarzenacker nachempfunden sind. Die Handwerkerhäuser und die Taberna des Capitolinus etwa finden sich liebevoll im Kleinformat wieder. Mit einem Augenzwinkern fügt Linn hinzu: „Mit den hier vertretenen Legionen wäre das Römische Reich sicherlich nicht untergegangen.“

Anja Linn beim Aufbau des Römerschiffs Lusoria
Foto: Sabine Emser

Der Großteil der Szenarien wird im Edelhaus gezeigt, einzelne Figuren haben darüber hinaus ihren Platz in den Vitrinen des Freilichtgeländes gefunden. Museumsleiterin Sabine Emser sieht in der Ausstellung eine besondere Chance: Die PLAYMOBIL®-Welt im Miniaturformat eröffne Raum für Fantasie und ermögliche zugleich einen anschaulichen Zugang zur Geschichte. Die Wanderausstellung war bereits in zahlreichen Museen der Region zu Gast und hat sich dabei stetig weiterentwickelt. „Es freut uns sehr, Römer- und PLAYMOBIL®-Fans aller Altersklassen diese überaus gelungene Ausstellung erneut im Römermuseum präsentieren zu können“, erklärt Philipp Scheidweiler, Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum Homburg-Schwarzenacker.

Ergänzt wird die Schau durch Begleitinformationen und digitale Interaktionsangebote, die in deutscher, französischer und englischer Sprache bereitstehen. So richtet sich das Angebot bewusst auch an Gäste aus dem nahen Frankreich und darüber hinaus. Wer die Ausstellung besuchen möchte, zahlt den regulären Museumseintritt.

Thorsten Breuer beim Anbringen der Beschriftungen
Foto: Sabine Emser

Das Römermuseum startete am 1. März zunächst mit täglichen Öffnungszeiten von 10 bis 16 Uhr in die Saison. Ab April gelten dann die erweiterten Zeiten, die bis einschließlich Oktober Bestand haben. Für alle, die römische Geschichte einmal aus einer ungewohnten Perspektive erleben wollen – nämlich auf Augenhöhe mit sieben Zentimeter großen Legionären –, dürfte der Besuch in Schwarzenacker lohnen.

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