Rotary-Präsident Thomas Braml (hinten links) und Toni Schuster hatten viel Freude mit den Kids der AG „Digitalisierung" unter Leitung von Grundschullehrerin Carolin Eifler.  Foto: Thomas Bastuck
Anzeige

An der Eisenbergschule in Hassel rollt seit dem vergangenen Schuljahr ein kleiner weißer Roboter über den Klassenzimmerboden – und bringt Grundschulkindern dabei ganz nebenbei die Grundlagen des Programmierens bei. Der Lernroboter namens Photon, finanziert durch den Rotary Club St. Ingbert, ist zum Herzstück der AG „Digitalisierung“ geworden. Kürzlich überzeugten sich Rotary-Präsident Thomas Braml und Rotary-Mitglied Toni Schuster vor Ort davon, was die Kinder mit dem kugelförmigen Gefährten bereits alles anstellen können.

Die Idee entstand auf Initiative der Schulen selbst. Sowohl die Eisenbergschule in Hassel als auch die Pestalozzischule in Rohrbach waren an den Rotary Club herangetreten und hatten um Unterstützung bei der Anschaffung der Lernroboter gebeten. Nach interner Beratung sagten die Rotarier die Finanzierung gerne zu. Seitdem treffen sich jeden Dienstag in der sechsten Stunde interessierte Kinder der dritten und vierten Klasse bei Grundschullehrerin Carolin Eifler, um spielerisch in die digitale Welt einzutauchen.

Das Prinzip hinter dem Photon-Roboter folgt einem erzählerischen Ansatz: Jede Übungseinheit ist in eine Geschichte eingebettet, in deren Verlauf Kinder und Roboter gemeinsam dazulernen. Meistern die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe, schaltet der Roboter neue Fähigkeiten frei. Bei der Vorführung für die Rotarier verteilten die Kinder Karten mit verschiedenen Symbolen auf einer Bodenmatte. Über eine App auf dem Laptop, die zugleich auf das Whiteboard im Klassensaal übertragen wurde, steuerten sie den mit zehn Sensoren ausgestatteten Roboter per Pfeilbefehle von Karte zu Karte. Wer gerade am Laptop saß, durfte erzählen, warum er genau diese Karte – etwa eine mit einem Regenbogen – als Ziel gewählt hatte. Erreichte der Photon sein Ziel, wechselten seine Fühler die Farbe, und je nach Programmierung gab er dazu lustige Freudentöne von sich.

„Durch das Erzählen einer gemeinsamen Geschichte wird spielerisch die Ausdrucksweise, das freie Sprechen und die Fantasie der Kinder gefördert. Gleichzeitig müssen sie aufpassen, damit sie mit ihrer Erzählung an die Geschichte anknüpfen können“, erklärte Lehrerin Eifler, die die AG mit sichtlicher Begeisterung leitet. Der Roboter dient also nicht nur als technisches Werkzeug, sondern verbindet Informatik-Grundlagen mit Sprachförderung und kreativem Denken – ein Konzept, das bei den Kindern offensichtlich verfängt.

Als Toni Schuster die Kinder fragte, warum sie sich für genau diese AG entschieden hätten, kamen die Antworten prompt. Raphael erklärte, er wolle unbedingt verstehen, wie man Dinge programmiert. Kira interessiere sich für Roboter und soziale Medien. Und Jan berichtete, dass ihm das Programmieren großen Spaß mache und er ohnehin gerne in der digitalen Welt unterwegs sei. Er habe bereits an Wettbewerben der HTW Saar teilgenommen und besuche am Wochenende auch Kurse am MINT-Campus auf der Alten Schmelz.

Anzeige

Rotary-Präsident Thomas Braml zeigte sich beim Abschied sichtlich angetan: „Wir unterstützen als Rotarier in St. Ingbert viele Projekte im sozialen Bereich und in der Bildung. Daher freut es mich besonders, dass die Kinder in dieser AG so viel Spaß mit dem Lernroboter haben. Dieses Geld ist wirklich sinnvoll angelegt und ich hoffe sehr, dass ihr noch lange Freude am Lernen habt und vor allen Dingen neugierig bleibt.“ Worte, die angesichts der leuchtenden Kinderaugen im Klassenzimmer der Eisenbergschule kaum treffender hätten sein können.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
(Visited 23 times, 23 visits today)
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein