In der Gemeinschaftsschule Herbert-Binkert-Schule in Güdingen stand der Unterricht am Donnerstag kurz im Hintergrund. Stattdessen rückte ein bundesweites Reformprojekt in den Fokus, von dem die Schule seit diesem Schuljahr profitiert: das Startchancen-Programm. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot machte im Rahmen ihrer Startchancen-Tour Station in Güdingen und informierte sich gemeinsam mit Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung, vor Ort über die Umsetzung.
Seit dem Schuljahr 2024/25 gehört die Herbert-Binkert-Schule zu den 55 Schulen im Saarland, die durch das Startchancen-Programm zusätzliche Unterstützung erhalten. Ziel des bundesweiten Vorhabens ist es, Schulen mit besonderen Herausforderungen gezielt zu stärken. Die Ministerin besucht nach und nach alle beteiligten Standorte, um sich ein Bild von den konkreten Veränderungen zu machen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.
„Das Startchancen-Programm ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. Es ermöglicht Schulen wie dieser, gezielt dort zu unterstützen, wo die Herausforderungen am größten sind“, sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Die Herbert-Binkert-Schule zeige täglich, „wie engagiert und verantwortungsvoll Bildung gelingen kann – auch unter schwierigen Bedingungen“. Viele Schülerinnen und Schüler starteten mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, so die Ministerin, etwa aufgrund von Armut, Sprachbarrieren oder fehlender familiärer Unterstützung.

Durch das Programm kann die Schule laut Streichert-Clivot neue Räume schaffen, Projekte aufbauen und multiprofessionelle Teams einsetzen, die gezielt dort ansetzen, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird. „Ich bin beeindruckt von dem Einsatz der Lehrkräfte, der Schulsozialarbeit und aller Beteiligten, die gemeinsam dafür sorgen, dass hier Schülerinnen und Schüler ihre Talente entfalten und selbstbewusst ihren Weg gehen können. Das ist gelebte Bildungsgerechtigkeit vor Ort“, erklärte die Ministerin.
Die Herbert-Binkert-Schule versteht es als zentrale Aufgabe, allen Kindern und Jugendlichen möglichst gleiche Chancen zu eröffnen und den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg zu verringern. Im Alltag bedeutet das: Lernrückstände werden aufgearbeitet, grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen systematisch gefördert und zugleich Persönlichkeit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Individuelle Förderpläne, differenzierte Lernangebote und projektbezogene Formate sollen helfen, die Jugendlichen auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.
Die Wübben Stiftung Bildung begleitet das Saarland seit Jahren bei der Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen. Geschäftsführer Dr. Markus Warnke betonte bei dem Besuch die Bedeutung des jetzt gestarteten Programms: „Es ist richtig und wichtig, dass das Startchancen-Programm die Schulen in den Blick nimmt und gezielt fördert, die die größten Herausforderungen zu meistern haben. Als Stiftung unterstützen wir seit mehr als zehn Jahren Schulen mit besonderen Herausforderungen und freuen uns, dass wir das Saarland dabei begleiten dürfen, das Startchancen-Programm gut umzusetzen.“
Konkret fließen die zusätzlichen Mittel an der Herbert-Binkert-Schule in den Ausbau moderner, flexibel nutzbarer Lernräume, in passgenaue Projekte sowie in den Einsatz multiprofessioneller Teams. So sollen Angebote und Begleitung noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abgestimmt werden. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche sowohl in ihrer schulischen Laufbahn als auch in ihrer persönlichen Entwicklung stabil und langfristig zu unterstützen.
Auch aus Sicht des Schulträgers ist das Programm ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Standorte. Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger sagte: „Das Startchancen-Programm ist ein wichtiger Baustein, um unsere Schulen fit für die Zukunft zu machen. Besonders wertvoll ist die dreigliedrige Struktur. Moderner Unterricht, qualifiziertes Personal aus verschiedenen Professionen und eine ansprechende Lernumgebung sind entscheidend für den Lernerfolg unserer Schülerinnen und Schüler.“ Der Regionalverband habe bereits in den vergangenen Jahren massiv investiert und werde diesen Kurs fortsetzen: „In den kommenden Jahren fließen rund 400 Millionen Euro in unsere Bildungseinrichtungen – umso mehr freuen wir uns über die zusätzliche Unterstützung.“
Mit dem Besuch in Güdingen setzt die Ministerin ihre Tour durch die Startchancen-Schulen im Saarland fort. Für die Herbert-Binkert-Schule bedeutet die Teilnahme am Programm vor allem eins: mehr Möglichkeiten, auf unterschiedliche Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen zu reagieren und ihnen einen möglichst stabilen Start in ihre Bildungsbiografie zu ermöglichen.





















