Nach Wochen intensiver und teils emotional geführter Gespräche ist im Konflikt um den Bosch-Standort Homburg ein Verhandlungsergebnis erzielt worden. Am Freitag, 23. Januar, einigten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter auf ein Paket, das Beschäftigungssicherung, Investitionen und eine langfristige industrielle Ausrichtung des Werks vorsieht. Die Einigung erfolgt vor dem Hintergrund der im vergangenen Jahr angekündigten massiven Einschnitte, die für den Standort zeitweise eine Schließungsperspektive und den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze in den Raum gestellt hatten.
Kern des Kompromisses sind verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2032. Gleichzeitig wird dem Werk Homburg eine Leitwerk-Funktion für Dieselkomponenten zugesprochen. Parallel sollen bestehende Kompetenzen im Bereich Wasserstofftechnologie erhalten bleiben. Damit verbindet sich die Perspektive, sowohl klassische Antriebstechnik als auch neue Technologien am Standort weiterzuführen.
Darüber hinaus sind Erweiterungsinvestitionen am Standort Ost vorgesehen. Auch die Ausbildung soll fortgeführt werden. Weitere Bestandteile der Vereinbarung betreffen die Festlegung von Fertigungskapazitäten sowie zusätzliche Insourcing-Maßnahmen. Für den Standort West wurde vor dem Hintergrund der zuvor angekündigten Schließungsperspektive eine Konsolidierung vereinbart, verbunden mit sozialverträglichen Personalanpassungen.
Während der gesamten Verhandlungsphase legten IG Metall, Betriebsräte und Vertrauensleute nach eigenen Angaben besonderen Wert auf Transparenz und Beteiligung. Die Belegschaft sei kontinuierlich informiert und in den Prozess eingebunden worden. Nun liegt die Entscheidung bei den Beschäftigten selbst: Bis zum 30. Januar stimmen sie über die Annahme des Verhandlungsergebnisses ab. Bei einer Zustimmung wäre aus Sicht der Arbeitnehmervertreter ein weiterer entscheidender Schritt für die Zukunft von Bosch in Homburg erreicht.
Die IG Metall bewertet die Einigung als wichtiges Signal für den Industriestandort Homburg und verweist auf die Bedeutung gemeinsamen Handelns in strukturell herausfordernden Zeiten. Weitere Details zu den Vereinbarungen sowie der weitere Fahrplan sollen im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch, 28. Januar, vorgestellt werden.




















