
Heute besuchten der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Mieves sowie Christian Sandmeier, der Büroleiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Roland Theis, den IG Metall-Betriebsrat der Robert Bosch GmbH am Standort Homburg. Im Mittelpunkt des Treffens stand ein intensiver Austausch über die aktuelle Lage des Werks, die Entwicklungen im Konzern sowie die Herausforderungen der gesamten Automobilzulieferindustrie.
Die Betriebsräte äußerten große Sorge um die Zukunft des Standorts Homburg. Trotz bestehender Zukunftsvereinbarungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat fehlt es bislang an ernsthaften Verhandlungen und tragfähigen Alternativen zur rückläufigen Entwicklung – nicht nur in Homburg, sondern auch an weiteren deutschen Bosch-Standorten. Der Betriebsrat verdeutlichte die dramatische Entwicklung am Standort: Von einst über 6.000 Beschäftigten ist die Zahl auf aktuell rund 3.200 gesunken.
Besonders kritisch wurde der Kulturwandel im Bosch-Konzern bewertet, der sich auch am Standort Homburg bemerkbar macht und auf Unverständnis stößt. Die Rahmenbedingungen für die Automobilzuliefererbranche wurden von Seiten der Betriebsräte als zunehmend schwierig und wenig zukunftsorientiert eingeschätzt.
Ein weiterer Kritikpunkt war der Aufbau einer neuen Fertigung am Bosch-Standort Bursa in der Türkei – trotz rückläufiger Umsätze im Dieselgeschäft. Diese Entscheidung verschärft nach Ansicht der Betriebsräte die ohnehin angespannte Lage in Homburg und gefährdet den gesamten Standort.
Die Betriebsräte hoben die Notwendigkeit einer neuen Standortsicherung für den Bosch-Standort Homburg hervor und kündigten an, dass erste Gespräche hierzu anstehen.
„Wir erwarten von der Unternehmensleitung, dass sie sich zu den deutschen Standorten bekennt und gemeinsam mit uns an tragfähigen Lösungen arbeitet“, betonte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Christian Rübel. „Nur durch einen offenen Dialog und die konsequente Umsetzung der Zukunftsvereinbarung, die 2023 mit der Geschäftsleitung von Bosch abgeschlossen wurde, können echte Alternativen entstehen und die Zukunft des Homburger Bosch-Standorts gesichert werden.“
Rübel ergänzte: „In einem Technologieunternehmen wie Bosch fehlt es nicht an Produkten, sondern am Willen, die Fertigung dieser Produkte an den deutschen Standorten anzusiedeln – und nicht in Osteuropa, China oder Asien.“
Auch an die Adresse der Politik, so Rübel: „Die Wasserstoff-Wirtschaft muss in Deutschland aufgebaut werden. Ohne Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, gibt es keine Zukunft für uns.“
Der Besuch unterstreicht die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Politik, Arbeitnehmervertretung und Unternehmensführung – insbesondere in Zeiten tiefgreifender Umbrüche in der Industrie.




















