Symbolbild

Ein Jahr nach ihrem verpflichtenden Start zieht der Digitalverband Bitkom eine überwiegend positive Bilanz zur elektronischen Patientenakte. Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Praxen, Krankenhäuser und Apotheken die ePA in ihren Arbeitsalltag einbinden. Für die Versicherten selbst bleibt die Nutzung freiwillig.

Wie tief das System inzwischen im Versorgungsalltag verankert ist, zeigen die Zahlen der Gematik. Nahezu sieben von zehn Arztpraxen arbeiten mittlerweile intensiv mit der digitalen Akte. Allein in der vergangenen Woche landeten mehr als drei Millionen Dokumente im System – ein deutliches Signal dafür, dass die anfängliche Zurückhaltung vielerorts überwunden scheint.

Für Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder reicht der Begriff „Akte“ allerdings längst nicht mehr aus, um die Rolle der ePA zu beschreiben. Sie sei, so Rohleder, „viel mehr als eine Akte, sie ist der Dreh- und Angelpunkt der digitalen Gesundheitsversorgung“. Die Pflicht für Leistungserbringer sorge dafür, dass Befunde, Arztbriefe und weitere Gesundheitsinformationen Schritt für Schritt digital verfügbar würden.

Doch bei aller Zufriedenheit mahnt der Verband, nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben. „Die ePA darf kein digitaler Aktenschrank bleiben“, betont Rohleder. Gefragt seien weitere Funktionen wie eine Terminvermittlung, eine digitale Ersteinschätzung oder eine Übersicht der Impfungen. Entscheidend sei dabei, dass die Patientinnen und Patienten selbst bestimmen, welche dieser Angebote sie tatsächlich nutzen wollen.

Ein Kernanliegen des Verbands ist der Umgang mit bereits bestehenden Anwendungen. Wer seinen Arzttermin heute bequem über eine vertraute App bucht, soll das auch weiterhin tun können. Funktionierende Lösungen komplett neu zu entwickeln, hält Rohleder weder für effizient noch für nutzerfreundlich. Stattdessen sollten vorhandene Angebote an die ePA angedockt werden, um Zeit und Ressourcen zu sparen und doppelte Strukturen zu vermeiden.

Damit all diese Dienste reibungslos ineinandergreifen, brauche es offene Schnittstellen. Den passenden regulatorischen Rahmen dafür sieht Bitkom beim geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovationen. Erst wenn ePA, Termin-Apps und weitere Gesundheitsanwendungen verlässlich zusammenspielen, kann die digitale Akte ihr volles Potenzial im Alltag entfalten.

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