Symbolbild
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Was in vielen Klassenzimmern längst Alltag der Schülerschaft ist, hat inzwischen auch die Lehrerpulte erreicht: Künstliche Intelligenz. Ob bei der Vorbereitung des Unterrichts, beim Korrigieren von Klassenarbeiten oder schlicht bei der Organisation des Berufsalltags – 58 Prozent der Lehrkräfte greifen mittlerweile für schulische Zwecke auf KI zurück. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

Für die große Mehrheit überwiegt dabei die Zuversicht. Zwei Drittel der befragten Lehrerinnen und Lehrer betrachten KI als Chance für die schulische Bildung, während knapp ein Drittel sie eher oder überwiegend als Risiko einordnet. Besonders deutlich fällt das Votum aus, wenn es um die Zukunft geht: 89 Prozent sind überzeugt, dass jede Schülerin und jeder Schüler den Umgang mit KI erlernen sollte.

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Doch der Optimismus ist nicht ungetrübt. 42 Prozent der Lehrkräfte äußern die Sorge, KI könne zur Verdummung der Jugendlichen führen. Bemerkenswert ist, dass 36 Prozent beide Positionen gleichzeitig vertreten – sie halten KI-Kenntnisse für unverzichtbar, fürchten aber zugleich deren geistig abstumpfende Wirkung. „Es geht nicht mehr darum, ob in Schulen KI eingesetzt wird, es geht um das Wie“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Richtig eingesetzt könne die Technologie den Schulalltag verbessern, dürfe das eigenständige Denken aber nicht ersetzen. KI-Kompetenzen, so seine Forderung, gehörten fest in die Lehrpläne.

Wie die Technik konkret genutzt wird, zeigt ein differenziertes Bild. 44 Prozent der Lehrkräfte setzen KI ein, um sie ihren Klassen zu erklären, 43 Prozent nutzen sie generell zur Wissensvermittlung. Ein Viertel bereitet damit den Unterricht vor, andere individualisieren Materialien oder kontrollieren Aufgaben und Prüfungen. Rund ein Drittel berichtet von spürbaren Erleichterungen im Arbeitsalltag – gleichzeitig fühlen sich 58 Prozent im Umgang mit KI noch unsicher.

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Ein Schlaglicht wirft die Erhebung auf die sogenannte Schatten-KI. Nicht einmal die Hälfte der Lehrkräfte erhält von ihrer Schule eine offizielle KI-Lizenz. In der Folge nutzt rund ein Viertel private Accounts für schulische Zwecke – ein deutliches Signal für den ungedeckten Bedarf. Wintergerst plädiert deshalb für einen gemeinsamen KI-Aktionsplan der Länder mit geprüften Tools und einem jährlichen Budget von 15 Euro je Schülerin und Schüler.

Hinter all dem steht ein System, das durch Deutschlands Schulen einen digitalen Bruch zieht. Nur rund die Hälfte der Lehrkräfte bewertet die technische Ausstattung an der eigenen Schule als gut, die andere Hälfte als schlecht bis sehr schlecht. „Gute digitale Bildung darf kein Zufall sein“, mahnt der Bitkom-Präsident und verweist auf die Bedeutung gleicher Bildungsvoraussetzungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Die Digitalisierung vollzieht sich zudem in einem stark belasteten Umfeld. 82 Prozent der Lehrkräfte nennen ihre eigene Überlastung als dringendstes Problem – ein deutlicher Anstieg gegenüber 74 Prozent im Jahr 2024. Überfüllte Klassen, unterschiedliche Sprach- und Leistungsniveaus sowie die übermäßige Smartphone-Nutzung der Jugendlichen verschärfen die Lage zusätzlich.

Trotzdem bleibt die Grundstimmung positiv: 95 Prozent sehen die Digitalisierung als Chance für die Bildung, 80 Prozent beobachten motiviertere Schülerinnen und Schüler beim Einsatz digitaler Technologien. Die Kritik richtet sich vor allem an die Politik. Vier von fünf Lehrkräften halten die staatliche Unterstützung für unzureichend. Wintergerst fordert eine verlässliche Perspektive statt befristeter Einzelmaßnahmen – und schlägt ein dauerhaftes Sonderbudget Digitale Bildung vor, damit Schulen langfristig in Infrastruktur, KI-Anwendungen und die Ausbildung der Lehrkräfte investieren können.

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