v.l.n.r.: Ortsvorsteherin Irene Kaiser, Ehrenoberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg, Peter Wittling, Kultusministerin Christine Streichert-Clivot, Bürgermeisterin Nadine Backes und Hartmut Paul feierten mit dem Verein "Besucherbergwerk Rischbachstollen" das 33. Jubiläum. - Foto: Martina Panzer
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Mit „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt …“, spielte die Bergkapelle St. Ingbert pünktlich zum 33. Jubiläum des Besucherbergwerkes Rischbachstollen e. V. auf. Genauso pünktlich strahlte nach langem Regen auch die Sonne vom Himmel.

“Die Schnapszahl 33 ist komisch, hat aber Sinn“, erklärte der Vereinsvorsitzende Peter Wittling. Denn aufgrund der Coronazeit mussten der 30. und 31. Jahrestag ausfallen und zum 32. wurde der 180. Geburtstag des Grubenstollens gefeiert. Die „33“ gefiel auch der saarländischen Ministerin für Bildung und Kultur und Schirmherrin Christine Streichert-Clivot. Sie war persönlich zum Fest gekommen und drückte dem Verein und seinen Mitstreitern ihren Dank dafür aus, dass sie das Bergbauerbe vor allem für junge Menschen erlebbar machen. Bürgermeisterin Nadine Backes und Ortsvorsteherin Irene Kaiser hoben hervor, wie wichtig es sei, dass der Verein durch Besichtigungen und Führungen für Groß und Klein sowie Traditionen wie der Mettenschicht, dem Barbaratag und der traditionellen Bergmannskleidung dafür sorgt, dass die Grube ein Denkmal ist und zum kulturellen Leben der Stadt beiträgt. „Außerdem zeigt Ihr, welche Bedeutung Gemeinschaft und Zusammenhalt für die Gesellschaft haben. Das ist in unserer Zeit besonders wichtig“, fügte Nadine Backes hinzu.

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Foto: Martina Panzer

Etwa 180 Jahre Bergwerksgeschichte

Der Rischbachstollen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgeteuft. Bis 1957 wurden Material und Kohle über das Mundloch transportiert. Auf dem Gelände in St. Ingbert standen Kohlewäscherei, Sieberei und weitere Tagesanlagen. Die Zeche zählte bald zu den größten und ertragreichsten des Landes. Als die Lagerstätten erschöpft waren, wurde der Betrieb 1957 eingestellt, 1959 wurde sie endgültig stillgelegt – und verfiel zusehends. 1984 trat der St. Ingberter Oberbürgermeister und heutige Ehrenoberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg seinen Dienst an und wollte dem Verfall dieses wertvollen Stücks Industriegeschichte nicht zuschauen. Er initiierte die Reinigung des Mundlochs und überzeugte den damaligen Landrat des Saarpfalz-Kreises, Clemens Lindemann, den Erhalt des Stollens und des Geländes zu unterstützen. 1990 fanden sich dann eine Reihe ehemaliger Bergleute, die den Verein gründeten und sich der Pflege des Geländes und der Vermittlung seiner Geschichte verschrieben. Aus Dank und Anerkennung der Leistung ernannte Peter Wittling im Namen des Vereins Dr. Winfried Brandenburg zum „Ehren-Hauer“.

Verein pflegt Tradition und Erbe

Nach dem Fassanstich ging es zum gemütlichen Teil über. Unterhalten von der mitreißenden Musik der Bergkapelle und später durch den Auftritt der Firebirds feierte der Verein mit seinen Gästen den ganzen Abend ein fröhliches Geburtstagsfest. Am Samstag spielten das Schalmeien Orchester Dudweiler und The Earls auf, am Sonntag ging es nach dem ökumenischen Festgottesdienst unter Begleitung des Zupforchesters mit einem Frühschoppen mit dem Shanty Chor in Richtung Mittagessen. Am Nachmittag zeigte das Nachwuchsorchester der Bergkapelle St. Ingbert sein Können. Als die Feier mit dem Steigerlied und einem großen Feuerwerk ihren Abschluss nahm, musste sich der eine oder andere Gast vor Rührung eine kleine Träne aus dem Auge wischen.

Foto: Martina Panzer
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