In Beckingen ist ein traditionsreicher Standort zurückgekehrt – und doch erscheint er völlig neu. Wo Generationen von Kindern bereits ihre ersten Schritte außerhalb des Elternhauses gemacht haben, steht nun ein moderner Ersatzneubau der Kita St. Marzellus. Mit der offiziellen Einweihung erhält der Landkreis Merzig-Wadern einen weiteren Baustein für die frühkindliche Bildung, der zugleich bewährte Strukturen sichert und das Angebot spürbar ausweitet. Das saarländische Ministerium für Bildung und Kultur fördert das Vorhaben mit 2.289.080 Euro.
Der Neubau entstand am bisherigen Platz an der Schulstraße, eingebettet in einen Bildungscampus mit Grundschule, Freiwilliger Ganztagsschule und Sporthalle. Diese räumliche Nähe ist mehr als ein praktischer Vorteil: Sie ermöglicht den Kindern einen fließenden Übergang von der Kita in den Schulalltag. Insgesamt stehen künftig 125 Ganztagsplätze zur Verfügung. Damit bleiben die vier bisherigen Gruppen erhalten, eine fünfte kommt hinzu.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betont die Bedeutung dieses Schritts für die Region: „Mit dem Ersatzneubau der Kita St. Marzellus schaffen wir einen Ort, an dem Kinder geborgen aufwachsen, spielen, lernen und die Welt entdecken können. Für Familien in Beckingen bedeutet die neue Kita mehr Planungssicherheit im Alltag und ein erweitertes Betreuungsangebot direkt vor Ort.“ Die Verzahnung mit dem Campus biete, so die Ministerin, „beste Voraussetzungen für einen nahtlosen Übergang in die Schulzeit“. Ihren Dank richtete sie an die Gemeinde, den Landkreis und alle, die das Projekt mit Engagement vorangetrieben hätten.
Architektonisch setzt der Neubau auf Massivbauweise. Über einen barrierefreien Windfang gelangen Kinder, Familien und Beschäftigte in ein zentrales Foyer, von dem aus sämtliche Ebenen per Aufzug erschlossen sind. Auf zwei oberirdischen Etagen verteilen sich fünf Gruppenräume, das Untergeschoss nimmt Lager-, Technik- und Hauswirtschaftsflächen auf. Helle, klar strukturierte Räume sollen dem Ü3-Bereich eine kindgerechte Umgebung bieten.
Pädagogisch setzt das Haus zwei deutliche Akzente. Zum einen ist Mehrsprachigkeit fester Bestandteil des Alltags: Deutsch und Französisch begegnen den Kindern selbstverständlich, was die Auszeichnung als „Élysée-Kita“ im Jahr 2025 unterstreicht. Zum anderen verfolgt das Team das Konzept der Werkstattkita. Menschen aus unterschiedlichen Berufen geben Einblicke in ihre Tätigkeiten, sodass Kinder durch eigenes Ausprobieren, Fragen und Beobachten lernen – sei es im Handwerk, in kreativen Feldern oder in anderen Bereichen.
Für Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann ist der Tag der Einweihung auch persönlich von Bedeutung. „Ich selbst bin schon in den früheren Kindergarten gegangen, der über viele Generationen hinweg zu Beckingen gehört hat. Umso mehr freut es mich, dass an diesem traditionsreichen Ort nun ein modernes und zukunftsfähiges Haus für unsere Kinder entstanden ist“, sagte er. Sein Wunsch gelte sowohl den Kindern, die sich hier geborgen fühlen sollen, als auch den Erzieherinnen und Erziehern, die das Haus mit Leben füllen.
Eingebettet ist das Projekt in das Investitionsprogramm „Aufbruch Saarland“. Über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes stehen dem Land rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem sogenannten „Kita-Turbo“ will das Saarland den Ausbau von Betreuungsplätzen beschleunigen – durch Neubauten, Erweiterungen und innovative Bauweisen wie die Modulbauweise. Ziel ist es, Familien zu entlasten, die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung zu verbessern und zugleich die Chancengerechtigkeit im Land zu stärken.

















