Schon früh am Morgen wurde es ungewohnt lebhaft in der St. Ingberter Stadtbücherei: Drei Schulklassen des Albertus-Magnus-Gymnasiums hatten ihre Unterrichtsstunde dorthin verlegt, um am Ende einer besonderen Lesereise dabei zu sein. Zu Gast war die Berliner Autorin Kathrin Tordasi, die den Kindern ihren erfolgreichen Debütroman „Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende“ vorstellte – ein Termin, der genau auf den deutschlandweiten Vorlesetag fiel.
Die Klassen 5bf, 5ce und 6bf waren gemeinsam mit ihren Lehrern Daria Weller, Markus Bill und Friederike Leibrock in die Bücherei gekommen, um Literatur einmal fernab des Klassenzimmers zu erleben. Tordasi, die zum Abschluss einer einwöchigen Lesereise durch saarländische Schulen in St. Ingbert Station machte, hatte die Einladung des Friedrich-Bödecker-Kreises Saar angenommen. Dieser hatte sie für mehrere Lesungen im Land gewinnen können.
Die Autorin berichtete den Kindern auch von ihrem eigenen Weg zur Literatur. Aufgewachsen ist sie mit den Büchern von Astrid Lindgren, Michael Ende und den Abenteuern der „???“. Nach einem Literaturstudium in Wales promovierte sie im Fach Anglistik und lebt seit 2011 in Berlin. Dort arbeitet sie als freie Autorin, Übersetzerin und Literaturvermittlerin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist spannende Gestaltwandler-Fantasy – dazu gehört auch der Roman „Brombeerfuchs“.
Im Mittelpunkt der vorgestellten Geschichte stehen die Kinder Ben und Portia, der geheimnisvolle Fuchs Robin Goodfellow und ein magischer Schlüssel, der zu einer besonderen Tür gehört. Hinter dieser Tür verbirgt sich der Zugang zu einer Anderswelt, deren Portal unbedingt verschlossen bleiben muss. Die Figuren stehen vor der Aufgabe, den „grauen König“ zu besiegen und die Menschenwelt vor der Auslöschung zu bewahren. Themen wie Spannung und Mystery verbinden sich in der Erzählung mit Motiven von Freundschaft und Solidarität.
Die Lesung in der Stadtbücherei war bewusst interaktiv angelegt. Tordasi bezog ihr junges Publikum mit Quizfragen und Mitmachaktionen ein und strukturierte die Veranstaltung so, dass immer wieder Raum für Reaktionen und Fragen blieb. Auf das große Finale des Romans verzichtete sie allerdings ganz bewusst. Die Kinder sollten das Ende selbst im Buch entdecken und die Geschichte eigenständig weiterverfolgen.
Zum Abschluss des Besuchs trug sich Kathrin Tordasi in das Ehrenbuch der Stadtbücherei ein. Büchereileiterin Karin Mostashiri kündigte dabei an, dass der vorgestellte Titel „nicht nur im örtlichen Buchhandel erhältlich, sondern auch auf dem Weg in ihren Bestand“ sei. ILF-Sprecher Jürgen Bost lobte die Veranstaltung als „mustergültige Präsentation“ und betonte den besonderen Rahmen, da sie am bundesweiten Vorlesetag stattfand.
Bevor sich die Autorin von ihrem Publikum verabschiedete, griff sie noch einmal die Verbindung zu Wales auf, wo sie studiert und promoviert hatte. Zum Ausklang bedankte sie sich bei den aufmerksam lauschenden Schülerinnen und Schülern auf Walisisch: „Dolch am wrando – Danke fürs Zuhören.“ Damit endete ein Schulmorgen, der für viele Kinder eher nach Abenteuergeschichte als nach regulärem Unterricht klang – diesmal allerdings direkt in der Stadtbücherei von St. Ingbert.





















