Wenn die Bahnstrecke zwischen Ludwigshafen und Forbach über Monate hinweg stillsteht, trifft das nicht nur Berufspendler, sondern eine ganze Industrieregion. Genau davor warnt der saarländische Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Moses Arndt von der Linken. In einem Brief an die neue Bahnchefin Evelyn Palla hat er deutlich gemacht, dass die geplante Vollsperrung aus seiner Sicht so nicht zu vertreten ist.
Dabei stellt Arndt die Sanierung selbst gar nicht infrage. Im Gegenteil: Die Modernisierung des Abschnitts sei überfällig und grundsätzlich zu begrüßen, betont er in seinem Schreiben. Der Grund liegt für ihn gerade in der Bedeutung der Trasse. Sie sei nicht nur eine wichtige Verbindung für den Personenverkehr, sondern auch eine tragende Ader für den Massengütertransport, etwa für die Stahlindustrie.
Doch aus ebendieser Wichtigkeit zieht der Abgeordnete den entgegengesetzten Schluss zur bisherigen Planung. Eine komplette Sperrung sei für ihn ausgeschlossen. Konkret sehen die Pläne vor, die Strecke 2028 für zwei Monate und 2029 sogar über fünf Monate hinweg vollständig zu blockieren. Für die Menschen, die täglich auf diese Verbindung angewiesen sind, nennt Arndt das schlicht „nicht hinnehmbar“.
Besonders scharf formuliert er die Verantwortung des Konzerns gegenüber seinen Fahrgästen. „Diese Leute ertragen seit Jahren die Unpünktlichkeit der Bahn und haben Ihnen trotz der Zumutungen die Treue gehalten, weil sie sich grundsätzlich bei ihrer Mobilität auf die Bahn verlassen“, schreibt er an Palla. Zugleich verweist er auf die Rolle der Strecke für eine stabile Rohstoffversorgung der Industrie, die durch eine lange Unterbrechung ins Wanken geraten könnte.
Für Arndt geht es um mehr als die interne Kalkulation eines Unternehmens, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes befindet. „Es ist nicht darstellbar, dass eine ganze Region über Monate hinweg vom Bahnverkehr abgekoppelt werden muss, solange es Alternativen dazu gibt, etwa abschnittsweise Sperrungen“, heißt es in dem Brief. Bei der Abwägung dürften nicht allein die Kosten für die Bahn AG entscheiden, sondern die volkswirtschaftlichen Folgen des gesamten Projekts.
Mit seinem Vorstoß will der Abgeordnete erreichen, dass die vielfach geäußerte Kritik auch tatsächlich bis in die Vorstandsetage vordringt. „Dazu möchte ich mit meinem Brief beitragen“, erklärt Arndt. Für das Saarland brauche es Alternativen in der Sanierungsplanung, die die Belastung für den Personen- und Güterverkehr so gering wie möglich halten.



















