Arbeitskammer des Saarlandes Quelle: www.arbeitskammer.de

Das Saarland ist ein Industrieland. Und das soll auch so bleiben, wenn es nach der Arbeitskammer des Saarlandes und der IG-Metall Transformationswerkstatt geht. Dafür haben beide Organisationen nun die Kampagne „Das gute Morgen“ gestartet. Die Kampagne wird verschiedene Kommunikationskanäle bedienen. Ziel ist es, Gewerkschaften, Politik, Unternehmen und Verbände mit ins Boot zu holen, um die Transformation gemeinsam zu gestalten.

„Mit der Kampagne „Das gute Morgen“ gehen wir einen weiteren Schritt zur erfolgreichen Gestaltung von Transformation – und zeigen, worum es bei Transformation und Strukturwandel geht: unser aller Zukunft. Wir müssen die Transformation gemeinsam mit den Beschäftigten in den saarländischen Betrieben und Dienststellen angehen. Denn dort findet Transformation statt, dort wird sie greifbar“, sagt Jörg Caspar, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes.

  „Wenn wir im Land nicht um die gut bezahlten und mitbestimmten Industriearbeitsplätze mit vereinten Kräften kämpfen, werden viele Arbeitsplätze in der Industrie verloren gehen, an denen wieder andere Arbeitsplätze, auch im Dienstleistungssektor, hängen. Das ist wie eine Kettenreaktion“, erklärt Timo Ahr, der Leiter der IG-Metall Transformationswerkstatt. „Der saarländischen Wirtschaft würde zudem enorme Kaufkraft verloren gehen, ebenso wie Steuereinnahmen. Das bedeutet Wohlstandsverlust für alle. Deshalb gehen die Transformation und DAS GUTE MORGEN wirklich jeden im Land etwas an“, ergänzt Caspar.

 Was dem Saarland fehlt, sei eine gemeinsame Strategie. „Viele Beschäftigte fürchten um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Wir müssen die Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen abholen. Sie brauchen eine klare Strategie mit Blick auf ihre Beschäftigungschancen. Transformation und Strukturwandel dürfen dabei nicht zum Wahlkampfthema werden. Hier müssen alle demokratischen Parteien an einem Strang ziehen, um unser Saarland in das gute Morgen zu führen.“, fordert Timo Ahr. „Die Landesregierung braucht eine gemeinsame Vision. Bei der Strategieentwicklung muss sie zwingend die Beschäftigten mehr in den Blick nehmen und gemeinsam mit ihren Interessenvertretungen den Strukturwandel gestalten. Im Sinne Guter Arbeit für alle Beschäftigten im Land“, fordert Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes.

Eine Strategie für das gute Morgen umfasse Themen wie Industriepolitik, Nachhaltigkeit, Wasserstoff als Beschäftigungsmotor oder Digitalisierung. Sie seien untrennbar verbunden mit Guter Arbeit, einer starken Mitbestimmung und Weiterbildung.  „Die Landesregierung muss zusammen mit den Arbeitnehmervertretungen diese Punkte massiv vorantreiben. Als Partner. Gemeinsam“, macht Thomas Otto klar.

 „Auch in den Unternehmen müssen die Beschäftigten über die Betriebsräte viel stärker und früher in Transformationsstrategien eingebunden werden. Die Beschäftigten sind zufriedener und die Unternehmen erfolgreicher, wenn die Mitbestimmung funktioniert“, sagt Timo Ahr. Zentrale Bausteine dafür sind unter anderem ein echtes Initiativ- und Mitbestimmungsrecht bei der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, ein digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften und erleichterte Hinzuziehung von externen Sachverständigen.

Wie Betriebsräte positiv die Zukunft ihres Unternehmens mitgestalten, zeige sich in der saarländischen Industrie, wo Betriebsräte und zuständige Gewerkschaften um die Sicherung der Standorte für die nächsten Jahre kämpfen und über Produkte der Zukunft verhandeln. „Dabei haben die Kolleginnen und Kollegen bereits einige Erfolge erzielt, die ohne ihren Einsatz so nicht möglich gewesen wären“, sagt Ahr.

 „Damit die Beschäftigten von heute noch die Arbeit von Morgen machen können, brauchen wir im Saarland mehr Weiterbildung“, sagt Thomas Otto. Nach wie vor bildeten auch im Saarland zu wenig Betriebe ihre Belegschaft systematisch weiter. „Dass sich eine echte Weiterbildungskultur entwickelt, bleibt daher weiter unser Ziel. Zu unseren zentralen Forderungen gehört ein individuelles Recht auf Weiterbildung. Auch sollte Kurzarbeit zwingend mit Weiterbildung verknüpft werden“, so Otto.

Die Kampagne wendet sich nicht nur an Betriebs- und Personalräte sowie Unternehmen, sondern auch an die gesamte Bevölkerung. „Damit wollen wir die Wichtigkeit der Transformation für jeden Einzelnen verdeutlichen. Der Umbau unserer Industrie und DAS GUTE MORGEN können wir nur gemeinsam erfolgreich gestalten. Der Mensch muss dabei im Mittelpunkt stehen”, so Timo Ahr.

Von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger gibt es Lob für die Initiative. „Das Saarland kann Strukturwandel. Das zeigen auch die jüngsten Ansiedlungen in verschiedenen Wachstumsbranchen, etwa im Bereich Nanopharmazie oder Batteriezellenproduktion. Wir wollen die Transformation gemeinsam gestalten mit innovativen Unternehmen und starken Beschäftigten. Die „Das gute Morgen“-Kampagne zeigt einen optimistischen Blick und den Willen zur Gestaltung wie auch die „Zukunftsschmiede Saarland“. Die gemeinsame Kampagne von IG Metall und Arbeitskammer ist ein gutes und wichtiges Instrument auf diesem Weg: Sie zeigt die vielen Gesichter, die erfolgreicher Strukturwandel im Saarland hat.“

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