Foto: Sandra Brettar Bildunterzeile: Auch über das Thema „Bluthochdruck“ kann man sich informieren. Foto: Sandra Brettar
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Impfbücher checken, Händedesinfektion üben, im Alterssimulationsanzug den eigenen Alltag in dreißig Jahren nachempfinden – das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises öffnet am 19. März seine Türen und verwandelt den Vorplatz der Kreisverwaltung in Homburg samt zweitem und drittem Obergeschoss des Gebäudes in eine begehbare Gesundheitsmesse. Von 11 bis 16 Uhr können Besucherinnen und Besucher erleben, wie breit das Aufgabenspektrum einer Behörde ist, die im öffentlichen Bewusstsein oft nur mit Pandemie-Maßnahmen verbunden wird.

Anlass ist der bundesweite „Tag des Gesundheitsamtes“, der in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“ steht. Dahinter steckt die Idee, die unterschiedlichen Berufsgruppen sichtbar zu machen, die gemeinsam daran arbeiten, Gesundheit chancengerecht zu fördern und Barrieren abzubauen. Landrat Frank John wirbt ausdrücklich für einen Besuch: „Das Aufgabenspektrum unseres Gesundheitsamtes ist breit gefächert und umfasst Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen in besonderen Lebenslagen, darüber hinaus subsidiäre Vorsorge- und Einschulungsuntersuchungen, Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, Gesundheitsberichterstattung und Politikberatung und vieles mehr.“ Er freue sich, dass die Mitarbeitenden die Bevölkerung an diesem Tag zielgerichtet und umfassend informieren werden. „Vorbeikommen lohnt sich ganz sicher“, so John.

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Das Programm richtet sich bewusst an alle Altersgruppen. Kinder können kostenlose Hör- und Sehtests machen, einen Bewegungsparcours durchlaufen und Alternativen zur Handynutzung ausprobieren. Am überdimensionalen Gebissmodell zeigt der Zahnärztliche Dienst, wie korrektes Zähneputzen funktioniert. Ärztinnen des Amtsärztlichen Dienstes und des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes schauen sich mitgebrachte Impfbücher an und klären über aktuell empfohlene Impfungen auf. Wer wissen möchte, wie sich körperliche Einschränkungen im Alter anfühlen, kann den Alterssimulationsanzug anlegen und alltägliche Bewegungen unter erschwerten Bedingungen testen. Die Frühen Hilfen informieren über Unterstützungsangebote für Familien, Kinderärztinnen beantworten Fragen zur Frühförderung, und der Sozialpsychiatrische Dienst stellt sein breites Beratungsangebot für Menschen in besonderen Lebenslagen vor. Auch Präventionsangebote und Tipps zur richtigen Händedesinfektion stehen auf dem Programm.

Ab 15 Uhr wechselt der Fokus auf Vorträge. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sprechen über Achtsamkeit, über sportliche Aktivität bei zunehmender Hitze im Kontext des Klimawandels sowie in einem interaktiven Format über Infektionskrankheiten im Kindesalter. Damit greift die Veranstaltung Themen auf, die weit über den klassischen Behördenalltag hinausreichen und direkt an den Lebensrealitäten der Bevölkerung anknüpfen.

Den Abschluss bildet um 16.30 Uhr eine Lesung des Berliner Autors Matthias Gerschwitz. Unter dem Titel „Endlich mal was Positives“ erzählt er von seinem Leben mit HIV, das bei ihm 1994 diagnostiziert wurde. Sein gleichnamiges Buch erschien 2009, eine Neuausgabe folgte 2018. Für seine Aufklärungs- und Präventionsarbeit wurde Gerschwitz mehrfach ausgezeichnet. Der Sozialpsychiatrische Dienst nutzt diesen Programmpunkt, um auf seine kostenlosen und anonymen HIV-Tests aufmerksam zu machen – ein Angebot, das vielen im Saarpfalz-Kreis nicht bekannt sein dürfte.

Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes hoffen auf regen Zuspruch und einen offenen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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