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Wer heute ein modernes Auto kauft, bekommt längst nicht mehr nur Blech, Motor und ein Radio. Viele Funktionen, die früher selbstverständlich waren, laufen inzwischen über digitale Dienste – und die kosten nach einer gewissen Zeit extra. Eine gemeinsame Marktanalyse des ADAC und der Fachzeitschrift c’t zeigt nun, wie unübersichtlich und unterschiedlich die Abo-Modelle der Hersteller sind und welche Folgen das für Autofahrer hat.

Im Mittelpunkt stehen dabei Dienste rund um Datenzugriff, Navigation und Infotainment. Zahlreiche Hersteller koppeln diese Funktionen an digitale Servicepakete, die zunächst kostenlos sind, später aber bezahlt werden müssen. Besonders beim sogenannten Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten gehen die Strategien weit auseinander. Über entsprechende Apps lassen sich je nach Marke etwa der Standort des Fahrzeugs aus der Ferne abfragen oder die Klimaanlage steuern. Skoda stellt solche Funktionen für 3 Jahre ohne Zusatzkosten bereit, Audi und Opel sogar für 10 Jahre. Beim Hersteller Nio fallen für diese Dienste nach Angaben des ADAC während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeugs keine Gebühren an.

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Deutlich kostenintensiver kann es bei Navigation und Infotainment werden. Hier endet die Gratisphase oft schon nach kurzer Zeit. BMW verlangt nach 3 kostenlosen Monaten für bestimmte Navigations- und Infotainmentfunktionen 9,98 Euro im Monat. Bei Mercedes-Benz sind nach 3 Jahren ohne Zusatzkosten bis zu 329 Euro pro Jahr fällig. Besonders unklar ist die Lage bei Renault: Dort stehen die Preise nach Ablauf der kostenlosen Phase im Jahr 2027 noch nicht fest. Volvo wiederum kündigt an, seine Kunden erst kurz vor Ende der 4-jährigen Gratislaufzeit über die künftigen Konditionen informieren zu wollen.

Der ADAC und c’t sehen in ihrem Marktvergleich ein deutliches Gefälle in der Abo-Gestaltung. Fast jeder Hersteller verfolge eine eigene Linie, heißt es. Für Verbraucher bedeutet das: Wer die tatsächlichen Kosten der digitalen Dienste über die gesamte Nutzungsdauer eines Fahrzeugs abschätzen will, muss sich durch unterschiedliche Modelle, Laufzeiten und Preisstrukturen arbeiten. Nach Einschätzung des Clubs ist das nur mit erheblichem Aufwand möglich, Transparenz fehlt häufig.

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Besonders Käufer junger Gebrauchtwagen sollten laut ADAC genau hinsehen. Viele digitale Funktionen könnten nur noch für wenige Monate kostenlos sein oder bereits abgelaufen sein, wenn das Fahrzeug den Besitzer wechselt. Vor Vertragsabschluss empfiehlt der Club, sich über den aktuellen Status der Dienste zu informieren und sich schriftlich bestätigen zu lassen, welche digitalen Funktionen dauerhaft im Kaufpreis enthalten sind. Zudem rät der ADAC dazu, kostenpflichtige Extras grundsätzlich zu hinterfragen: Sind sie wirklich dauerhaft nötig oder kann eine kostenpflichtige App eines Drittanbieters eine ähnliche Leistung zu besseren Konditionen bieten?

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Aus Sicht des ADAC sind die Hersteller gefordert, ihre Modelle klarer und langfristiger zu erklären. Kunden müssten nachvollziehen können, wie lange welche Funktionen kostenfrei bleiben und welche Folgekosten später entstehen. Da ein Auto in der Regel über mehrere Jahre genutzt wird, brauche es eine verlässliche Kostenperspektive. Außerdem sollten Abos nach Ansicht des Clubs von einem Eigentümer auf den nächsten übertragbar sein, um Wertverluste beim Wiederverkauf zu vermeiden. Funktionen, die für Sicherheit und die zuverlässige Nutzung des Fahrzeugs wichtig sind, müssten über den gesamten Lebenszyklus des Autos kostenlos bleiben. Zusätzlich spricht sich der ADAC dafür aus, standardisierte Schnittstellen bereitzustellen, über die Drittanbieter sicher auf relevante Fahrzeugdaten zugreifen können.

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