Wer derzeit den Tankschlauch in die Hand nimmt, erlebt eine seltene Entspannung an der Zapfsäule – allerdings nicht überall im gleichen Maße. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt teils erhebliche Preisunterschiede zwischen den Bundesländern. Bis zu sechs Cent pro Liter trennen das günstigste vom teuersten Bundesland, je nachdem, ob man Super E10 oder Diesel zapft.
Die Spitzenposition bei den hohen Preisen behauptet bei Super E10 erneut Sachsen. Dort werden im Mittel 1,842 Euro pro Liter fällig, dicht gefolgt von Brandenburg mit 1,839 Euro. Am anderen Ende der Skala steht das Saarland, wo Autofahrer mit durchschnittlich 1,782 Euro je Liter klar am günstigsten wegkommen. Eine Gruppe weiterer Bundesländer pendelt sich bei rund 1,801 Euro ein und bildet damit das preisliche Mittelfeld.
Beim Diesel verschiebt sich das Bild nur leicht. Hessen führt hier die Liste der teuersten Bundesländer an, ein Liter schlägt im Schnitt mit 1,758 Euro zu Buche. Knapp dahinter rangiert Sachsen mit 1,757 Euro auf dem vorletzten Platz. Das Saarland verteidigt auch in dieser Kategorie seine Position als günstigster Standort und ruft im Mittel 1,701 Euro auf. Auf Rang zwei folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 1,712 Euro je Liter.
Insgesamt bewegen sich die Preise spürbar nach unten. Diesel kostet inzwischen in allen sechzehn Bundesländern weniger als 1,80 Euro pro Liter, und im Saarland zeichnet sich sogar ein Unterschreiten der 1,70-Euro-Marke ab. Diese Entspannung dürfte allerdings nicht von Dauer sein. Der ADAC verweist darauf, dass zum Monatsende der sogenannte Tankrabatt ausläuft. Mit der Rückkehr der in den Monaten Mai und Juni abgesenkten Energiesteuer werden die Spritpreise um rund 17 Cent je Liter nach oben schnellen.
Wer dem Anstieg ein Schnippchen schlagen möchte, sollte den Blick auf die Uhr nicht vergessen. Seit Einführung des Österreich-Modells gilt der späte Abend nicht mehr als günstigste Tankzeit. Stattdessen lohnt sich der Stopp an der Zapfsäule kurz vor zwölf Uhr mittags. Die seit dem 1. April 2026 geltende Regelung erlaubt nur noch eine einzige Preiserhöhung pro Tag, nämlich punkt zwölf Uhr. Danach dürfen die Preise 24 Stunden lang ausschließlich stabil bleiben oder sinken.
Der Automobilclub rät deshalb, vor dem Anfahren einer Tankstelle die Preise konsequent zu vergleichen und gezielt dort zu zapfen, wo der Liter am wenigsten kostet. Grundlage der aktuellen Untersuchung sind die Daten von mehr als 14.000 Tankstellen, die bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst sind. Die ermittelten Werte stellen eine Momentaufnahme vom 18. Juni 2026 um 11 Uhr dar und ordnen die Tankstellen den jeweiligen Bundesländern zu.



















