Wer sein Auto zur Inspektion in die Werkstatt bringt, zahlt je nach Standort und Antriebsart sehr unterschiedliche Preise. Das zeigt eine aktuelle Stichprobe des ADAC, der Kundendienstangebote in drei deutschen Großstädten und deren Umland verglichen hat. Das Ergebnis: Ein Blick über die Stadtgrenze hinaus und auf alternative Antriebsarten kann die Rechnung deutlich senken.
Für die Untersuchung holte der Club insgesamt 120 Kostenvoranschläge bei Markenwerkstätten von fünf Herstellern ein: BMW, Dacia, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen. Abgefragt wurden Kundendienste in Hamburg, Köln und München sowie in einem Umkreis von 60 km um diese Städte. 94 Werkstätten reagierten auf die Anfrage, und die eingegangenen Angebote unterschieden sich teils deutlich im Preis.
Besonders klar zeigte sich ein Stadt-Land-Gefälle. Markenwerkstätten im Umland veranschlagten für den gleichen Kundendienst zum Teil deutlich niedrigere Beträge als ihre Pendants in den Großstädten. In einzelnen Fällen konnten Kunden im Umland mehrere hundert Euro sparen. Zwischen den Herstellern gab es ebenfalls Unterschiede: Bei Volkswagen lagen die Preise in den Städten durchgängig höher als im Umland, während Mercedes-Benz über alle Standorte hinweg ein relativ gleichmäßiges Preisniveau zeigte. Im Durchschnitt fielen die Angebote in Köln etwas günstiger aus als in Hamburg oder München.
Ein weiterer Schwerpunkt der Stichprobe lag auf dem Vergleich von Verbrennern und Elektroautos. Vereidigte Kfz-Sachverständige stellten im Auftrag des ADAC identische Anfragen für beide Antriebsarten. Über alle drei Städte und deren Umland hinweg waren die Wartungskosten für Verbrenner dabei um mindestens ein Drittel höher als für vergleichbare Stromer. Der ADAC verweist darauf, dass dies dem tatsächlichen Aufwand entspricht: Elektroautos gelten als wartungsärmer, weil sie weniger mechanische Bauteile besitzen und viele typische Verschleißteile wie Motoröl, Ölfilter oder Zündkerzen entfallen.
Trotz des geringeren Gesamtaufwands für E-Autos zeigte sich in den detaillierten Angeboten ein auffälliger Trend. Bei fast der Hälfte der Werkstätten, die getrennte Kostenaufstellungen für Stromer und Verbrenner vorlegten, lagen die kalkulierten Stundensätze für Arbeiten an Elektrofahrzeugen höher. Im Schnitt betrug dieser Aufschlag rund 17 %. „Der ADAC betont, dass sich das technisch nicht begründen lässt. Somit müssten Kundendienstkosten bei Stromern sogar noch niedriger sein.“
Unabhängig von der Antriebsart offenbarte die Stichprobe auch Defizite bei der Kommunikation der Betriebe. Mehr als jede fünfte Werkstatt – 26 von 120 – reagierte überhaupt nicht auf die Anfrage, auch nicht nach mehrmaliger Nachfrage. In 56 Fällen erhielten die Tester einen kalkulierten Kostenvoranschlag, davon waren jedoch nur 39 Angebote detailliert und nachvollziehbar aufgeschlüsselt. In 38 Fällen wurden lediglich Pauschalbeträge genannt. Vor allem BMW und Volkswagen legten vergleichsweise häufig detaillierte Kostenvoranschläge vor.
Viele der pauschalen Angebote bewegten sich preislich zwar im ähnlichen Rahmen wie die detaillierten, blieben aber intransparent, weil die einzelnen Leistungen nicht im Detail aufgeführt waren. Für Kundinnen und Kunden ist damit kaum erkennbar, welche Arbeiten genau durchgeführt werden und wie sich der Endbetrag zusammensetzt. Der ADAC verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nur ein schriftlicher und möglichst detaillierter Kostenvoranschlag einen klaren Vergleich von Angebot und späterer Rechnung ermöglicht.
Die Ergebnisse der Stichprobe machen deutlich, wie groß die Unterschiede bei Kundendienstpreisen je nach Standort, Hersteller und Antriebsart ausfallen können. Sie zeigen zugleich, dass Transparenz und Verlässlichkeit der Werkstätten für viele Autofahrende weiterhin keine Selbstverständlichkeit sind – und dass sich ein genauer Blick auf die Kalkulation und ein Vergleich mehrerer Angebote finanziell lohnen kann.



















