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Mehr als die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs wurde im ersten Quartal 2026 aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der Anteil bei rund 53 Prozent – ein Zuwachs von fast sechs Prozentpunkten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt speisten regenerative Anlagen zwischen Januar und März 73,4 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Netz ein, nach 64,7 Milliarden Kilowattstunden im ersten Quartal 2025.

Der deutliche Sprung geht vor allem auf das Konto der Windkraft. An Land stieg die Erzeugung um 27,5 Prozent, auf See sogar um 44,4 Prozent. Das Vorjahresquartal war vergleichsweise windarm ausgefallen, was den Kontrast zusätzlich verstärkt. Windenergie an Land trug mit 34,4 Milliarden Kilowattstunden den größten Einzelposten bei, gefolgt von Photovoltaik mit 13,5 Milliarden und Biomasse mit elf Milliarden Kilowattstunden. Offshore-Windparks steuerten 9,8 Milliarden Kilowattstunden bei, Wasserkraft kam auf 3,3 Milliarden.

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Nicht alle Technologien konnten zulegen. Die Solarstromerzeugung blieb rund fünf Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück – eine Folge ungünstiger Witterung und eines etwas sonnenreicheren Jahresbeginns 2025, der die Vergleichsbasis erhöhte. Noch stärker fiel der Rückgang bei der Wasserkraft aus: Geringe Niederschlagsmengen in den vergangenen drei Monaten ließen die Produktion um etwa 21 Prozent sinken. Die Biomasse-Erzeugung blieb mit einem Minus von 1,5 Prozent nahezu stabil.

Die gesamte Bruttostromerzeugung in Deutschland belief sich im ersten Quartal auf 140,6 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Bruttoinlandsstromverbrauch lag bei 137,6 Milliarden Kilowattstunden. Konventionelle Energieträger kamen auf 67,2 Milliarden Kilowattstunden – leicht weniger als die 68,5 Milliarden im Vorjahr. Bezogen auf die Bruttostromerzeugung statt auf den Bruttostromverbrauch ergibt sich ein Erneuerbaren-Anteil von 52,2 Prozent.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, ordnete die Zahlen vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage ein: „Erneuerbare Energien sichern mehr als die Hälfte unserer Stromversorgung. Das ist gut für den Klimaschutz, doch mindestens genauso wichtig ist in der derzeitigen geopolitischen Lage, dass Erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit, Resilienz und strategische Souveränität Deutschlands stärken.“ In Zeiten internationaler Krisen zeige sich deutlich, welchen Beitrag heimische Erzeugung gegenüber fossilen Importabhängigkeiten leiste. Andreae mahnte zugleich, die Dynamik durch Reformen bei Netzen und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz konsequent zu verstärken. Wirtschaftliche Planbarkeit müsse sowohl für Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen als auch für Netzbetreiber gewährleistet sein. Entscheidend sei „ein stimmiges Gesamtkonzept, das die Ausbauziele im Blick behält, den weiteren Netzausbau ermöglicht und Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaziele verlässlich zusammenführt“.

Auch von wissenschaftlicher Seite kam ein klares Signal. Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, betonte: „Nur eine auf Erneuerbaren Energien basierende Energieversorgung schafft auch die notwendige Resilienz für die Industrie, eröffnet vielfältige Chancen für Innovationen und trägt langfristig zum Erhalt des Wohlstands bei.“ Staiß forderte, neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene auch europäische Instrumente wie den Net Zero Industry Act und den Industrial Accelerator Act gezielt zu nutzen. Die Stärkung deutscher Unternehmen in Zukunftsfeldern wie Erneuerbare Energien, Batterietechnologie, Wasserstoff, Direct Air Capture und Recycling zur Rohstoffsicherung sei unerlässlich, um den Industriestandort krisenfest aufzustellen.

Die Berechnungsmethode, auf der die 53-Prozent-Marke basiert, orientiert sich an europäischen Vorgaben und den Zieldefinitionen der Bundesregierung. Maßgeblich ist dabei der Bruttostromverbrauch, der sich aus der inländischen Bruttostromerzeugung und dem Saldo des grenzüberschreitenden Stromaustauschs zusammensetzt. Diese Kennzahl bildet das gesamte Stromsystem eines Landes ab und gilt als gängiger Maßstab für den Fortschritt beim Ausbau der Erneuerbaren.

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