Aachen gehört erstmals zu den zehn digitalsten Großstädten Deutschlands. Im diesjährigen Smart City Index klettert die nordrhein-westfälische Stadt von Rang 16 in die Spitzengruppe – ein Sprung, der zeigt, wie viel Bewegung derzeit im deutschen Digital-Ranking steckt. Der Digitalverband Bitkom hat dazu jetzt die Shortlist der zehn bestplatzierten Städte veröffentlicht.
Die genauen Platzierungen bleiben zunächst noch offen. Fest steht aber: Der Aufstieg Aachens hat einen prominenten Verlierer. Heidelberg, im Vorjahr noch auf Platz zehn, fällt aus der Spitzengruppe heraus. Und auch sonst hat sich in der Spitze fast alles verschoben. Nur zwei Städte stehen exakt dort, wo sie schon im vergangenen Jahr rangierten – alle anderen haben sich nach oben oder unten bewegt.
Zu den zehn Städten, die es diesmal an die Spitze geschafft haben, zählen in alphabetischer Reihenfolge Aachen, Bochum, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Auffällig ist die starke Präsenz aus Nordrhein-Westfalen, das gleich mit vier Städten vertreten ist. Welche Kommune am Ende die Nummer eins stellt, verrät Bitkom erst am 8. September in einer Online-Pressekonferenz.
Der Smart City Index vergleicht mittlerweile zum achten Mal alle 83 deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Dahinter steckt ein enormer Aufwand: In fünf Kategorien – Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung – wurden 39 Indikatoren mit insgesamt 174 Parametern untersucht. Das ergibt 14.442 einzelne Datenpunkte, von Online-Bürger-Services über die digitale Wärmeplanung bis hin zu Schulungen für Lehrkräfte und Verwaltungsbeschäftigte.
Was eine Stadt heute als digital fortschrittlich auszeichnet, hat sich dabei spürbar gewandelt. „An der Spitze des Smart City Index ist niemand gesetzt. Wir sehen auch in diesem Jahr viel Bewegung, wobei alle Städte bei der Digitalisierung vorankommen – aber mehr oder weniger schnell“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Es gehe längst nicht mehr um einzelne Leuchtturmprojekte, sondern darum, Digitalisierung im Alltag der Menschen zu verankern – von Künstlicher Intelligenz in den Ämtern bis zu Lösungen, die eine Stadt in Krisen handlungsfähig halten.
Alle 83 Städte haben sich mit eigenen, quellenbasierten Angaben an der Erhebung beteiligt. Diese Daten prüft Bitkom und ergänzt sie um weitere Quellen wie amtliche Statistiken, Studien und Zahlen der Bundesministerien. Aus den Werten der fünf Kategorien ergibt sich schließlich der Gesamtrang jeder Kommune.
Das komplette Ranking mit allen 83 Städten wird nach der Pressekonferenz online veröffentlicht. Eingebettet ist die Vorstellung in das Umfeld der Smart Country Convention, die vom 13. bis 15. Oktober 2026 auf dem Berliner Messegelände stattfindet. Mehr als 23.000 Fachleute aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden dort erwartet. Erstmals widmet die Veranstaltung dem Thema Widerstandsfähigkeit im Krisenfall mit dem Resilience Day am 15. Oktober einen eigenen Programmtag.


















