Christopher Gerhard und Björn Mann waren an diesem Spätsommertag nicht zu schlagen. Im überlegenen Citroën C3 Rally2 fuhren die Favoriten bei der 38. ADAC Rallye Kohle & Stahl im Saarland sämtliche Bestzeiten heraus und sicherten sich am Ende souverän den Gesamtsieg. Rund um das Rallyezentrum in Eckelhausen verfolgten die Zuschauer bei bestem Wetter, wie das Team seine Klasse Prüfung für Prüfung unter Beweis stellte.
Gestartet wurde pünktlich um 11.30 Uhr. Der fünfte von sieben Meisterschaftsläufen führte über die drei jeweils doppelt zu fahrenden Wertungsprüfungen „Mosberger Dreieck“, „Füsselberg“ und „Rödelstein“. Alle drei verliefen über einen in zwei Runden zu absolvierenden Rundkurs – ein Format, das bei den Fans für zusätzliche Spannung sorgte.
Für das eigentliche Highlight des Tages sorgten allerdings die Verfolger. Max Reiter und Conny Nemenich mischten in ihrem Lancia Ypsilon Rally4 kräftig im Feld der deutlich stärkeren Rally2-Boliden mit – und ließen dabei drei von vier dieser Fahrzeuge hinter sich. „Mit diesem Ergebnis haben wir unser Ziel erreicht“, resümierte Reiter im Ziel. „Dass wir Gerhard/Mann unter normalen Umständen nicht schlagen würden, war uns von Anfang an klar. Trotzdem konnten wir sie auf einigen Prüfungen ordentlich ärgern und waren teilweise richtig nah dran.“ Für den amtierenden Meister war es eine gelungene Veranstaltung mit maximaler Punkteausbeute für die SRM.
Das Podium komplettierte das Vater-Tochter-Duo Uwe und Jenny Gropp, das sich in einem weiteren Citroën C3 mit einem sehenswerten Schlussspurt nach vorne kämpfte. Dahinter überzeugten Udo Schütt und Peter Schaaf im Opel Corsa mit dem sechsten Gesamtrang und Platz zwei in der RC4. Den Klassensieg in der NC3 feierten Lars Schwarzmannseder und Angelika Hornung im Renault Clio 3 RS. Besonders eng ging es in der RC5 zu, wo alle Teams in baugleichen Renault Clio antraten: Kurt Escher und Leon Hasenkamp gewannen bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz mit hauchdünnen 0,3 Sekunden Vorsprung vor dem Ehepaar Daniel und Sandra Wittner.
Wo zwei sich streiten, freut sich der Dritte – dieses Sprichwort passte perfekt zur Entscheidung in der NC2. Kevin Müller und Stefanie Spreitzer mussten ihren Toyota GR Yaris bereits in der zweiten Prüfung mit Antriebsschaden abstellen, in der Schlussprüfung erwischte es dann auch Jonas Tischner und Joachim Carl im BMW M3. Am Ende profitierten Stefan Petto und Marco Cremer, die im zuverlässigen Opel Corsa D OPC den zehnten Gesamtrang und wertvolle Meisterschaftspunkte einfuhren. Auch die NC1 war von Ausfällen geprägt: Philippe Fröhlich und Philipp Sommermann kämpften sich trotz Bremsproblemen im Opel Astra zum unverhofften Klassensieg. In der Youngtimer-Wertung jubelten Jürgen Schumann und Marco Glasen im BMW M3 E30.
Für Aufsehen sorgte schließlich ein bekannter Name. Vater Uwe Nittel steuerte einst in der Weltmeisterschaft neben Tommi Mäkinen einen Mitsubishi-Werkswagen – nun trat sein jüngster Sohn Finn in dessen Fußstapfen. Gemeinsam mit Co-Pilot Pascal Raabe gewann er die NC8 im BMW E36 mit beeindruckenden 43,6 Sekunden Vorsprung vor Timo und Klaus Singer im Opel Astra. Das sonst erfolgsverwöhnte Duo Niklas Pöttgen und David Wölwer musste sich im Seat Ibiza mit weiteren 3,5 Sekunden Rückstand mit Rang drei zufriedengeben.




















