Ob beim Putzen, unterwegs in der Bahn oder als akustische Einschlafhilfe: Der Podcast ist längst kein Nischenformat mehr, sondern ein fester Begleiter im Alltag vieler Menschen. Mehr als die Hälfte der Deutschen ab 16 Jahren – genau 54 Prozent – greift zumindest gelegentlich zu diesem Medium. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Bei den Inhalten führt in diesem Jahr eine Kategorie das Feld deutlich an: Lifestyle. Ganze 75 Prozent der Hörerinnen und Hörer nennen Themen wie aktuelle Trends, Fitness oder Reisen als ihre liebsten. Doch schon hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern. Während 79 Prozent der Frauen entsprechende Formate bevorzugen, sind es bei den Männern 71 Prozent.
Auf dem zweiten Platz landen Informationen und Nachrichten mit insgesamt 71 Prozent. Interessant ist die Verteilung auch an dieser Stelle: Bei den Männern rangieren diese Themen mit 73 Prozent sogar an erster Stelle, bei den Frauen kommen sie mit 68 Prozent auf einen soliden Wert. Wissens- und Bildungspodcasts hören rund zwei Drittel besonders gern, gesellschaftliche Themen erreichen 63 Prozent.
Auch bei Wirtschaft und Finanzen gehen die Vorlieben auseinander. Insgesamt 53 Prozent hören solche Podcasts gern, wobei die Männer mit 58 Prozent klar vor den Frauen mit 48 Prozent liegen. Technologie und Digitalisierung erreichen 47 Prozent, und das Dauerthema True Crime bleibt mit 45 Prozent bei fast jedem Zweiten beliebt. Mit deutlichem Abstand folgen Popkultur, Medien und Filme mit 27 Prozent sowie Comedy mit 24 Prozent.
Warum das Format so gut funktioniert, erklärt Bitkom-Experte Dr. Sebastian Klöß mit einer Verschiebung in der Mediennutzung. „Podcasts haben sich in den vergangenen Jahren von einem Nebenformat zu einem festen Bestandteil des Medienalltags entwickelt“, sagt er. Sie dienten nicht nur der Unterhaltung nebenbei, sondern würden gezielt für Inhalte genutzt, „die einordnen, erklären und vertiefen“.
Gerade darin liegt für Klöß die Stärke des Mediums. „Das Format passt gut zu Themen, für die ein kurzer Nachrichtenbeitrag manchmal zu knapp ist und eine ganze Dokumentation gerade nicht in den Tagesablauf passt“, so der Experte. Der Podcast schließt damit eine Lücke zwischen schneller Meldung und umfassender Recherche.
Grundlage der Ergebnisse ist eine repräsentative Befragung von 1.205 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die telefonisch durchgeführt wurde. Darunter waren 649 Hörerinnen und Hörer von Podcasts. Die Erhebung fand zwischen der 20. und der 24. Kalenderwoche des Jahres 2026 statt und wurde von Bitkom Research verantwortet.



















