v.l.n.r.: Charlotte Lay (SPD-Stadtratsfraktion), Nicola Saccà (Umweltministerium), Andreas Sauder (SPD-Stadtratsfraktion), Andreas Kelich (SPD-Stadtratsfraktion), Lisa Geimer-Klein (SPD-Stadtratsfraktion), Ministerin Petra Berg, Beigeordneter Gerald Purucker, Bürgermeister Carsten Quirin, Anne Steuer (Mitarbeiterin im Projekt, Kreisstadt Saarlouis) und Horst Rupp (Amtsleiter Amt für Transformation und Klimaschutz, Kreisstadt Saarlouis); Foto: Kreisstadt Saarlouis
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Wenn klassische Bäume nicht gepflanzt werden können, muss Grün beweglich werden: Mit rund 170.000 Euro unterstützt das saarländische Umweltministerium die Kreisstadt Saarlouis dabei, ihre besonders hitzebelasteten Ecken erträglicher zu machen. Umweltministerin Petra Berg überreichte den entsprechenden Zuwendungsbescheid persönlich vor Ort – als Kofinanzierung für die Beteiligung der Stadt am internationalen Forschungsprojekt „LiveableCities“.

Für Berg ist der Anlass mehr als eine Formalie. „Der Klimawandel ist bei uns angekommen – das haben wir alle in diesem Sommer mit seinen Hitzerekorden nur allzu deutlich gespürt“, sagte die Ministerin. Genau deshalb brauche es Anpassungsmaßnahmen, wie sie in Saarlouis erprobt würden, um Menschen, Tiere und Natur zu schützen. Die mobilen Pflanzkübel könnten dabei „eine wertvolle und ortsflexible Unterstützung leisten“.

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Eben diese Flexibilität ist der Kern des Saarlouiser Beitrags. Wo Leitungen im Boden liegen oder bauliche Zwänge eine dauerhafte Bepflanzung verhindern, sollen mobile Grünelemente einspringen. Sie begrünen versiegelte Aufenthaltsbereiche, verbinden sich mit vorhandenen Grünstrukturen und dienen zugleich als kleine ökologische Inseln, die zur Artenvielfalt beitragen. Dabei prüfen die Beteiligten auch, welche Pflanzen Hitze und Trockenheit am besten standhalten.

Dass Saarlouis dabei nicht allein forscht, betont der Beigeordnete Gerald Purucker. Der Austausch mit Kommunen wie Utrecht, Antwerpen, Cork oder Straßburg biete die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse mit gelebter Praxis zu verbinden. „In Saarlouis entwickeln und erproben wir mobile Begrünungslösungen für besonders hitzebelastete Bereiche, in denen klassische Baumpflanzungen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich sind“, erklärt Purucker. Die Ergebnisse sollen sich später leicht auf andere Städte übertragen lassen.

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Neben der Bepflanzung selbst zählt vor allem die Auswertung. Wie wirkt sich das mobile Grün auf Mikroklima und Luftqualität aus? Die gesammelten Erfahrungen zu blau-grüner Infrastruktur, Biodiversität und Klimaanpassung fließen in den internationalen Projektverbund ein und werden anschließend an Wissenschaft, Verwaltung, Planung, Politik und Zivilgesellschaft weitergegeben.

Hinter dem Vorhaben steht ein beachtlicher finanzieller Rahmen. Das Gesamtbudget des Projekts liegt bei rund 8,25 Millionen Euro und läuft vom 18. November 2025 bis zum 30. Juni 2029. Auf Saarlouis entfallen davon etwa 851.000 Euro, die sich aus rund 510.600 Euro EFRE-Fördermitteln, der nun übergebenen Landesmittel-Kofinanzierung von gut 170.000 Euro sowie einem Eigenanteil der Stadt in gleicher Höhe zusammensetzen.

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„LiveableCities“ ist ein internationales Forschungsprojekt, an dem sich sechs Städte aus Nordwesteuropa gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Lehre beteiligen. Im Mittelpunkt steht der Ausbau blau-grüner Infrastruktur, von Entsiegelung und Fassadenbegrünung über Regenwasserspeicherung bis zu bepflanzten Versickerungsmulden. Das Ziel: Städte, die den zunehmenden Extremwetterereignissen besser gewachsen sind – gerade auch in jenen schwierigen Räumen, in denen herkömmliche Lösungen an ihre Grenzen stoßen.

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