Foto: MFW
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Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein grünes Etikett auf Unternehmensbroschüren – sie wird zur strategischen Führungsaufgabe. Genau an dieser Schnittstelle setzt Dr. rer. pol. Julia Vollmer an, die zum 1. Oktober ihre Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement an der htw saar antritt. Ihre Ernennungsurkunde erhielt sie am 14. September im Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft.

Vollmer bringt einen Werdegang mit, der akademische Tiefe und praktische Erfahrung verbindet. Studiert hat sie in Deutschland und Frankreich: Ihren Master im deutsch-französischen Management mit den Schwerpunkten strategisches und internationales Management absolvierte sie an der Universität Augsburg und der Université de Rennes 1. Für diesen Abschluss wurde sie 2014 mit dem Exzellenzpreis der Deutsch-Französischen Hochschule ausgezeichnet.

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Es folgte die Promotion an der Universität Augsburg, die sie zwischen 2013 und 2017 abschloss. In ihrer empirischen Arbeit untersuchte sie, wie freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung die tatsächliche unternehmerische Verantwortung beeinflusst – ein Thema, das bis heute den Kern ihrer Forschung bildet. Parallel war sie in Lehre und Verwaltung tätig.

Wissenschaftlich bewegt sich Vollmer an der Schnittstelle von Berichterstattung und betrieblichem Nachhaltigkeitsmanagement. Sie beobachtet, wie sich die europäischen Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickeln und wie der Markt darauf reagiert. Vor allem interessiert sie die Frage, wie Unternehmen die erhobenen Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten nicht nur zur Pflichterfüllung nutzen, sondern gezielt in ihre Steuerung und ihre Entscheidungen einfließen lassen.

Zuletzt arbeitete sie als Managerin Sustainability Services bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Dornbach GmbH in Saarbrücken. Dort begleitete sie Unternehmen verschiedener Größen und Branchen beim Aufbau ihres Nachhaltigkeitsmanagements und prüfte deren Berichte. Ihre Erfahrung aus der Strategie- und Change-Management-Arbeit in der saarländischen Industrie hat dabei ihre Sicht geprägt: Nachhaltigkeit versteht sie als Transformationsaufgabe, die das gesamte Unternehmen erfasst.

An der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wird sie dieses Verständnis in Lehre und Forschung weitergeben. Studierende sollen bei ihr lernen, Nachhaltigkeit als Querschnittsthema über alle Unternehmensbereiche hinweg zu begreifen. Ein besonderes Anliegen ist ihr zudem der deutsch-französische Austausch. Über ihr Engagement für das Deutsch-Französische Hochschulinstitut und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion möchte sie diese Verbindung weiter stärken.

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