Symbolbild

Deutschlands Lehrkräfte stellen sich beim Thema Digitalunterricht ein gutes Zeugnis aus: Im Schnitt vergeben sie sich selbst die Note 2,3. Fast zwei Drittel, genau 64 Prozent, halten ihre Fähigkeiten, Unterricht mit digitalen Mitteln zu gestalten, für gut oder sogar sehr gut. So lautet ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom, für die 501 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufen I und II befragt wurden.

Doch hinter der selbstbewussten Fassade zeigen sich auch Unsicherheiten. Fast ein Drittel der Befragten, konkret 32 Prozent, befürchtet, mit dem hohen Tempo der technologischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten zu können. Jede fünfte Lehrkraft räumt zudem ein, sich häufig unsicher zu fühlen, weil die eigenen Schülerinnen und Schüler mit neuen Technologien bisweilen vertrauter wirken als sie selbst.

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Interessant wird das Bild im Abgleich mit der Perspektive der Lernenden. In einer Bitkom-Erhebung aus dem Jahr 2025 bewerteten Schülerinnen und Schüler die Digitalkompetenz ihrer Lehrkräfte mit der Durchschnittsnote 2,9 – und fielen damit ihr Urteil etwas strenger aus als die Pädagogen über sich selbst.

Für Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst ist klar, dass es mit einmal erworbenem Wissen nicht getan ist. „Digitalkompetenz ist nichts, was man sich einmal aneignet und dann jahrelang abrufen kann. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte unkompliziert und kontinuierlich die Möglichkeit bekommen und nutzen, ihr Wissen aufzufrischen und neue Anwendungen zu testen“, sagt er.

Entsprechend ausgeprägt ist bei vielen der Wunsch nach Weiterbildung. An der Spitze steht dabei der Jugendschutz im Netz, etwa im Umgang mit Cybermobbing oder Cybergrooming – hier würden sich 41 Prozent gerne fortbilden. Es folgen pädagogische Fragen des digitalen Lernens mit 32 Prozent sowie Lernapps und Lernsoftware mit 31 Prozent. Beim Thema Künstliche Intelligenz zeigen 27 Prozent Interesse, bei Urheberrecht und Datenschutz ein Viertel.

Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine Gruppe, die sich dem Wandel verschließt: Fast jede sechste Lehrkraft, also 16 Prozent, möchte sich zu digitalen Themen überhaupt nicht fortbilden. Für Wintergerst ein Problem. „Es reicht daher nicht, wenn sich nur ein Teil der Lehrkräfte fortbildet. Wer zeitgemäßen Unterricht will, muss Fortbildung zur Regel machen – mit praxisnahen Angeboten und festen Zeitbudgets“, fordert er. Digitalkompetenzen gehörten verbindlich ins Studium, ins Referendariat und in die berufsbegleitende Weiterbildung.

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Eine Mehrheit der Befragten teilt diesen Kurs: 78 Prozent sprechen sich für regelmäßige verpflichtende Fortbildungen zu digitalen Themen und Methoden aus. Die Erhebung wurde von Bitkom Research im Auftrag des Verbands durchgeführt. Befragt wurden telefonisch 501 Lehrkräfte verschiedener Schulformen im Zeitraum zwischen Ende Mai und Ende Juni 2026.

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