Symbolbild

Ausweis, Führerschein und wichtige Dokumente gebündelt in einer einzigen App auf dem Smartphone – ab dem 2. Januar soll das in Deutschland Realität werden. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat am Mittwochnachmittag den Namen verkündet, unter dem die EU-weite digitale Brieftasche EUDI-Wallet hierzulande an den Start geht: Sie wird „d-you“ heißen.

Für Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst markiert der Schritt einen Wendepunkt. „Mit d-you hat künftig jeder eine digitale Brieftasche auf seinem Smartphone“, erklärte er. Erstmals ließen sich verschiedene Nachweise in einer App vereinen und EU-weit einsetzen. Das könne der Digitalisierung einen kräftigen Schub verleihen und digitale Angebote für die Menschen deutlich einfacher nutzbar machen.

Anzeige

Doch mit dem Start allein ist es aus Sicht des Verbands nicht getan. Damit die Anwendung sich durchsetzt, müsse sie zur alltäglichen Selbstverständlichkeit werden – ähnlich wie das elektronische Bezahlen, das heute niemand mehr hinterfragt. Entscheidend seien dafür konkrete Anwendungsfälle mit echtem Mehrwert. Genau hierauf, so Wintergerst, sollte in den kommenden vier Monaten die Priorität liegen.

Dabei geht der Nutzen über den Kontakt zu Ämtern und Behörden hinaus. In einem von Bitkom und dem Bundesdigitalministerium angestoßenen Memorandum of Understanding haben bereits 170 Unternehmen zugesagt, die Technik in ihre eigenen Angebote einzubinden. Diese Bereitschaft, betont der Verband, müsse nun gefördert und praktisch unterstützt werden, damit aus Absichtserklärungen tatsächliche Anwendungen entstehen.

Dass das Interesse an der digitalen Brieftasche groß ist, belegen mehrere Zahlen. In einer Bitkom-Befragung erklärten bereits im Frühjahr 54 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, die Wallet ab Januar nutzen zu wollen. Noch deutlicher fällt das Votum in der Wirtschaft aus.

Unter den Unternehmen ab 20 Beschäftigten gaben Ende vergangenen Jahres 82 Prozent an, die Wallet einsetzen zu wollen. Nur 13 Prozent hatten sich mit dem Thema bis dahin noch nicht auseinandergesetzt, und lediglich 2 Prozent zeigten kein Interesse. Für den Erfolg von „d-you“ dürfte nun vor allem entscheidend sein, wie schnell diese Ankündigungen in den kommenden Monaten in greifbare Anwendungen münden.

Anzeige
💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein