Für Familien im Saarland naht eine finanzielle Zäsur: Ab Januar 2027 entfallen die Kita-Beiträge vollständig. Möglich macht das die Novelle des Saarländischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsgesetzes, die neben der Beitragsfreiheit auch verlässlichere Schließzeiten und Verbesserungen bei der Fachkräftegewinnung vorsieht.
„Ab Januar 2027 zahlen Eltern im Saarland keine Kita-Beiträge mehr“, betont Martina Holzner, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Für sie ist das mehr als eine finanzielle Rechnung. „Das ist eine enorme und dauerhafte Entlastung für Familien und gerade auch für Alleinerziehende.“ Frühkindliche Bildung dürfe eben keine Frage des Geldbeutels sein.
Mit diesem Schritt löst die Koalition nach eigenen Angaben ein zentrales Versprechen der laufenden Legislaturperiode ein. Doch die Reform erschöpft sich nicht in gestrichenen Gebühren. Sie zielt darauf, den Familienalltag insgesamt planbarer zu machen.
Ein Kernpunkt betrifft die Schließzeiten. Bislang unterscheiden sich die Einrichtungen hier zum Teil erheblich, was berufstätige Eltern regelmäßig vor organisatorische Hürden stellt. Künftig soll ein gemeinsamer Rahmen greifen, der schrittweise umgesetzt wird. Eltern wissen dann frühzeitig, wann Betreuung stattfindet und wann sie Urlaub oder eine Alternative organisieren müssen. Den Kitas wiederum bleibt genügend Zeit, sich auf die neuen Vorgaben einzustellen.
Parallel dazu setzt die Novelle beim Bestand an. Vorhandene Plätze sollen besser genutzt und freie Kapazitäten gezielter mit dem tatsächlichen Bedarf vor Ort zusammengebracht werden. Auch die Regeln für die Gewinnung und den Einsatz qualifizierter Fachkräfte werden erweitert – ein zentraler Hebel angesichts des anhaltenden Personalmangels in der frühkindlichen Bildung.
„In den vergangenen Jahren wurden bereits viele zusätzliche Kita-Plätze geschaffen“, erklärt Holzner. Diesen Ausbau wolle man fortsetzen. Entscheidend sei aber, dass die Plätze dort ankämen, wo Familien sie tatsächlich benötigten. Dazu gehörten auch genügend Fachkräfte. Die Reform, so ihr Fazit, bringe das Saarland bei all diesen Fragen voran und mache die Kinderbetreuung im Land „verlässlicher und familienfreundlicher“.


















