Wenn am 10. September gegen 11 Uhr die Handys vibrieren, Sirenen heulen und auf digitalen Anzeigetafeln Warnhinweise erscheinen, ist das kein Grund zur Sorge. An diesem Tag steht der bundesweite Warntag an – ein groß angelegter Praxistest, bei dem Bund, Länder und Kommunen ihre Alarmierungssysteme gemeinsam auf die Probe stellen.
Ausgelöst wird die Probewarnung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS. Von dort läuft das Signal an sämtliche angeschlossenen Kanäle – Rundfunk und Fernsehen, Warn-Apps, digitale Werbeflächen und Cell Broadcast. Auf diesem Weg erreicht die Meldung binnen kürzester Zeit Millionen Menschen im ganzen Land. Viele Städte und Gemeinden ergänzen den Test durch eigene Mittel wie Sirenen oder Lautsprecherwagen.
Innenminister Reinhold Jost betont den doppelten Zweck des Aktionstages. „Am gemeinsamen Warntag von Bund, Ländern und Kommunen wird die technische Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung getestet“, erklärt er. Zugleich gehe es darum, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und Warnmittel wie Sirenen oder Apps wieder ins Bewusstsein zu rücken. Nicht zuletzt ließen sich so Abläufe und Schnittstellen erproben und im Nachgang verbessern.
Eine Neuerung gibt es in diesem Jahr bei der Entwarnung, die gegen 11:45 Uhr folgt: Erstmals wird auch das komplette Signal für die Aufhebung über Cell Broadcast versendet. Dieser Mobilfunkdienst ist seit Februar 2023 fester Bestandteil des deutschen Warnmixes und gilt als reichweitenstärkster Kanal überhaupt, weil er ganz ohne installierte App auskommt. Warnungen landen direkt auf dem Gerät. Seit dem 25. November 2025 werden über diesen Weg auch Entwarnungen ausgespielt.
Damit die Nachricht tatsächlich ankommt, sind ein paar Voraussetzungen nötig. Das Smartphone sollte über ein aktuelles Betriebssystem verfügen – mindestens Android 11 oder iOS 16.1. Außerdem muss das Gerät eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden. Ältere Modelle können die Nachrichten teils nicht empfangen. Hinweise zu den passenden Einstellungen bündelt das BBK auf seiner Website. Aus technischen Gründen enthalten die Cell-Broadcast-Meldungen nur wenig Text: Sie nennen die Art der Gefahr sowie die wichtigste Handlungsempfehlung.
Wer sich einbringen möchte, kann seine Erfahrungen direkt zurückspiegeln. Parallel zum Warntag startet um 11 Uhr eine Online-Umfrage, in der Bürgerinnen und Bürger ihre Eindrücke zu den einzelnen Warnkanälen schildern können. Die Rückmeldungen fließen gemeinsam mit der technischen Auswertung in die Weiterentwicklung des Systems ein. Teilnehmen lässt sich vom 10. bis 17. September 2026 unter www.warntag-umfrage.de. Der bundesweite Warntag findet regulär am zweiten Donnerstag im September statt und soll die Warnsysteme testen sowie die Menschen für Eigenvorsorge sensibilisieren.


















