Foto: Bündnis90/Die Grünen Stadtverband Homburg

Der Moorbrand im belgischen Hohen Venn hat den Grünen im Saarpfalz-Kreis eine unbequeme Frage aufgezwungen: Kann so etwas auch hier passieren? Die Antwort der Partei fällt eindeutig aus. Sie fordert, die Wiedervernässung des Königsbruchs bei Homburg nach jahrelangem Zögern endlich anzupacken.

Die Mechanik solcher Brände macht das Feuer im Venn so gefährlich. Ausgetrocknete Torfschichten fangen bei anhaltender Hitze Feuer, die Glut frisst sich tief in den Boden und glimmt dort unterirdisch weiter. Genau das erschwert die Löscharbeiten enorm. Für Lisa Becker, Kreisvorsitzende der Grünen und Landtagskandidatin für den Wahlkreis Neunkirchen, ist das ein Weckruf.

„Der aktuelle Brand ist eine eindringliche Warnung und wir sollten daraus lernen, statt zu riskieren, dass ein solches Szenario auch bei uns Realität wird“, erklärt sie. Das Homburger Königsbruch sei schließlich ein trockengelegtes Moor. Ihr Vorschlag ist konkret: Entwässerungs- und Wassergräben sollten geschlossen werden, damit die Fläche wieder mehr Wasser hält. Intakte, nasse Böden speichern Kohlenstoff und brennen deutlich schlechter als vertrocknete Torferde.

Das Königsbruch ist dabei kein isolierter Flecken, sondern Teil einer zusammenhängenden Wald- und Moorlandschaft, die sich bis in Richtung Kaiserslautern erstreckt. Auch Jägersburg, Waldmohr und Erbach liegen in diesem Raum, ebenso der Campingplatz Königsbruch. Für den Schutz dieser Landschaft verweisen die Grünen auf ein Bundesförderprogramm, das bis 2029 rund 90.000 Hektar Moorfläche wiedervernässen soll. Dafür stehen 1,75 Milliarden Euro bereit.

„Das Geld ist da, die Notwendigkeit ist da und das Potenzial ebenso“, betont Becker. Die Wiedervernässung sei sogar im Landesentwicklungsplan verankert. Nun sieht sie Umweltministerin Petra Berg am Zug und fordert das Saarland und die Stadt Homburg zum Handeln auf: „Wir haben jetzt die Chance für morgen vorzusorgen und sollten diese Chance auch nutzen.“

Eng verknüpft ist die Debatte mit der Frage nach dem Grundwasser. Die Partei warnt davor, dass eine zusätzliche Förderung durch die Wasserversorgung Ostsaar GmbH die natürlichen Wasserspeicher schwächen könnte. Solange die hydrogeologischen Folgen einer erhöhten Trinkwasserentnahme nicht geklärt seien, dürfe die Wiedervernässung nicht durch neue Grundwasserentnahmen erschwert werden, so Katrin Lauer, Vorstandsmitglied und ebenfalls Landtagskandidatin im Wahlkreis Neunkirchen.

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Stattdessen bringen die Grünen eine bestehende Alternative ins Spiel: die Talsperre Nonnweiler. Sie solle endlich in die regionale Wasserversorgung eingebunden werden. „Diese Ressource müssen wir endlich nutzen“, sagt Lauer. „Wir dürfen nicht kurzfristig zusätzliches Wasser gewinnen und dabei langfristig unsere natürlichen Wasserspeicher schwächen.“

Einen Hoffnungsträger sehen beide Politikerinnen im seit Jahren geplanten hydrogeologischen Gutachten zum Königsbruch. Doch die Geduld ist strapaziert, denn die Ergebnisse lassen weiter auf sich warten. Ein solches Gutachten dürfe nicht zum nächsten Grund für Aufschub werden, mahnt Lauer. Nötig seien klare Entscheidungen und die Prüfung, wie sich durch geschlossene Gräben wieder mehr Wasser in der Fläche halten lässt.

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