Der Autozulieferer Schaeffler hat die erste Jahreshälfte 2026 mit einer deutlich verbesserten Profitabilität abgeschlossen – und das trotz eines Marktumfelds, das dem Konzern aus Herzogenaurach weiterhin einiges abverlangt. Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro blieb das Familienunternehmen auf Vorjahresniveau. Währungsbereinigt legten die Erlöse sogar leicht um 0,4 Prozent zu. Vor allem aber verbesserte sich die operative Marge spürbar.
„Trotz eines weiterhin herausfordernden globalen Umfelds mit rasch wechselnden Rahmenbedingungen hat die Schaeffler Gruppe im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz auf Vorjahresniveau gehalten und ein gutes Ergebnis erzielt“, erklärte Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Entscheidend dafür sei die breite Aufstellung des Konzerns mit seinen vier produktorientierten Sparten. So ließen sich rückläufige Trends in einem Segment durch Wachstum in einem anderen ausgleichen.
Die Zahlen belegen diese Strategie. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten kletterte in den ersten sechs Monaten auf 549 Millionen Euro, nach 482 Millionen im Vorjahr. Die entsprechende Marge stieg damit von 4,1 auf 4,7 Prozent – ein Zuwachs von rund 15 Prozent. Regional trieben vor allem Asien/Pazifik mit einem währungsbereinigten Plus von 7,1 Prozent und Amerika das Geschäft an, während Europa und der chinesische Markt schwächelten.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der E-Mobility. Die Sparte, die lange als Sorgenkind galt, verringerte ihre Verluste deutlich: Das operative Minus verbesserte sich von 463 auf 402 Millionen Euro. Getragen wurde das durch Produkthochläufe in Asien und Europa sowie eine bessere Auslastung der Werke. Auch die Industriesparte Bearings & Industrial Solutions steigerte ihre Marge kräftig von 7,8 auf 9,0 Prozent, unter anderem dank Impulsen aus der Luftfahrt.
Stabile Ergebnisbeiträge lieferten die beiden übrigen Bereiche. Powertrain & Chassis erzielte trotz eines schwachen Verbrennermarkts eine solide Marge von 11,1 Prozent, während Vehicle Lifetime Solutions seinen Beitrag dank positiver Preiseffekte auf 15,5 Prozent ausbaute. Finanzvorstand Christophe Hannequin sieht darin die Wirkung eines klaren Kurses: „Unser konsequenter Fokus auf die Verbesserung der operativen Performance im ersten Halbjahr zeigt insbesondere in den Sparten E-Mobility und Bearings & Industrial Solutions Wirkung.“
Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Der freie Mittelzufluss fiel mit minus 300 Millionen Euro schwächer aus als im Vorjahr, als noch minus 128 Millionen zu Buche standen. Verantwortlich dafür waren geplante Auszahlungen für Restrukturierungen und Integration in Höhe von 236 Millionen Euro. Hannequin kündigte an, das Bestandsmanagement weiter zu optimieren, um den Cashflow im weiteren Jahresverlauf nachhaltig zu verbessern.
Unterm Strich verdiente der Konzern 93 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Belegschaft schrumpfte zum Stichtag Ende Juni auf rund 108.900 Beschäftigte weltweit. An seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält der Vorstand fest: Erwartet werden ein Umsatz zwischen 22,5 und 24,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von 3,5 bis 5,5 Prozent. Fortschritte meldet Rosenfeld zudem bei den neuen Wachstumsfeldern humanoide Robotik und Verteidigung.




















