Foto: MIBS/J. Hektor

Polizei, Ordnungsamt und Kreisverwaltung sollen in Neunkirchen künftig unter einem gemeinsamen Dach arbeiten. Mit der Unterzeichnung eines „Letter of Intent“ haben Land, Landkreis und Kreisstadt nun den Grundstein für ein gemeinsames „Zentrum für Sicherheit“ in der Innenstadt gelegt. Staatssekretär Torsten Lang, Landrat Sören Meng und Oberbürgermeister Jörg Aumann setzten ihre Unterschriften direkt vor Ort unter das Dokument.

Die Absichtserklärung markiert den politischen Auftakt für ein Projekt, das die Sicherheitsarbeit in der zweitgrößten Stadt des Saarlandes neu ordnen soll. Vorausgegangen waren positive Beschlüsse im Kreis- und im Stadtrat. Wie sich das Vorhaben konkret umsetzen lässt, ist nun Gegenstand der nächsten Schritte: Geprüft werden geeignete Räumlichkeiten ebenso wie organisatorische und vertragliche Details.

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Unter dem gemeinsamen Dach sollen mehrere Akteure zusammenrücken. Geplant ist, die Polizeiinspektion Neunkirchen, das Ordnungsamt der Kreisstadt und Teile der Kreisverwaltung – allen voran die Kreispolizeibehörde – an einem Standort zu bündeln. Perspektivisch könnte auch das Haus des Jugendrechts samt Jugendgerichtshilfe einziehen. Der Gedanke dahinter ist einfach: kürzere Informationswege, schnellere Abstimmung bei Einsätzen und eine sichtbarere Präsenz in der Innenstadt.

Für Staatssekretär Torsten Lang geht es dabei um ein zentrales Anliegen der Menschen. „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis der Menschen“, betonte er. „Land, Landkreis und Kreisstadt wollen gemeinsam die Sicherheitsarchitektur in Neunkirchen stärken. Deshalb setzen wir auf mehr Präsenz, mehr Zusammenarbeit und eine moderne Sicherheitsstruktur mit kurzen Wegen und abgestimmtem Handeln.“

Dass die Stadt beim Thema Sicherheit nicht bei null beginnt, machte Lang ebenfalls deutlich. Bereits 2017 sei eine Sicherheitspartnerschaft abgeschlossen worden, hinzu kämen die gemeinsame Bestreifung der Innenstadt durch Polizei und kommunalen Ordnungsdienst, eine mit Landesmitteln geförderte bessere Beleuchtung sowie die eingerichtete Waffenverbotszone. „Wir sind bereits auf einem guten Weg, können die Situation aber noch weiter verbessern“, so der Staatssekretär. Die Absichtserklärung sei der nächste Schritt – und zugleich ein Signal an die Bürgerinnen und Bürger, dass man ihre Sicherheitsbelange ernst nehme. Denkbar sei sogar, das Neunkircher Modell auf andere Kommunen zu übertragen.

Auch Landrat Sören Meng warb für das Vorhaben. „Sicherheit ist für die Menschen eines der wichtigsten Themen überhaupt“, sagte er. Eine räumliche Bündelung schaffe kurze Wege, stärke die Zusammenarbeit der Behörden und könne das Sicherheitsgefühl spürbar verbessern. „Sicherheit muss sichtbar und präsent sein.“ Wenn sich so Ordnung und Behördenkooperation verbessern ließen, müsse man diese Chance ernsthaft prüfen.

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Oberbürgermeister Jörg Aumann sprach von einem „Meilenstein für unsere Stadt“. Mit der Unterzeichnung werde die Grundlage für ein Sicherheitszentrum und eine stärkere Polizeipräsenz in der Innenstadt geschaffen – ein Wunsch, den Stadtrat und er seit Langem verfolgten. Durch die Zusammenlegung von Vollzugspolizei, Ortspolizei und Kreispolizei werde die Zusammenarbeit der Behörden erleichtert.

Als bedeutendes Mittelzentrum steht Neunkirchen vor besonderen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Die geplante Allianz soll ein modernes Modell abgestimmter Sicherheitsarbeit schaffen, das sowohl die tatsächliche Lage als auch das subjektive Empfinden der Bevölkerung verbessert.

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